Sportlich

Energieagentur NRW macht Sportstätten "energiefit"

Gemeinsam mit dem Westfälischen Turnerbund will die Energieagentur NRW Trainings- und Wettkampfstätten bezüglich horrender "Energiefresser" unter die Lupe nehmen. Nutzer, Planer und Erbauer von Sportstätten werden im Rahmen eines zweitägigen Seminars angesprochen, das Anfang September in Hamm stattfindet.

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Olympische Spiele, Fußball-Weltmeisterschaften - die Herausforderungen an die Sportstätten Nordrhein-Westfalens könnten größer nicht sein. Um für diese Herausforderung gerüstet zu sein, veranstaltet das Impuls-Programm "Bau und Energie" der Energieagentur NRW zusammen mit dem Westfälischen Turnerbund (WTB) am 5. und 6. September die Tagung "Energie-Management bei Turn-, Sport- und Mehrzweckhallen". Ort: Schloss Oberweries in Hamm/Westfalen. Die Tagung richtet sich an Nutzer, Planer und Erbauer von Sportstätten.

Die Schließung von Sportstätten gehört zum Repertoire der Kommunen zur Sanierung der Haushalte. Grund: Die Unterhaltskosten für Schwimmbäder, Turnhallen oder Fußballplätze sind horrend. Die Energieagentur NRW und der Westfälische Turnerbund haben sich viel vorgenommen: Gemeinsam wollen sie die Sporthallen "energiefit" machen. Das senkt Kosten und erhält Vereinen die Trainings- und Wettkampfstätten. "Aus Erfahrung wissen wir: Wenn Vereine ihre Sportstätten verlieren, ist das oft ihr Ende", berichtet Edmund A. Spindler vom Umweltausschuss des WTB.

Durchschnittlich gibt jede deutsche Stadt 50 Euro pro Einwohner für den Unterhalt von Sportstätten aus. Nur knapp die Hälfte fließt durch Zuschüsse, Eintrittgelder oder Fördermittel wieder zurück in den Stadtsäckel. Einer Gemeinde mit 50.000 Einwohnern bleiben rund 1,25 Millionen Euro, die sie berappen muss. Und was für die Kommunen gilt, gilt auch für die Vereine, die den Unterhalt ihrer Sportstätten in Eigenregie betreiben: Strom, Wasser und Heizenergie sind teuer. "Dabei lassen sich durch verhältnismäßig einfache Maßnahmen bis zu 30 Prozent der Kosten einsparen", erklärte Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW. Allein durch angepasstes Nutzerverhalten habe die Stadt Bielefeld den Heizenergieverbrauch der Sportstätten zwischen 1991 und 1998 um 25 Prozent und den Stromverbrauch um 13 Prozent gesenkt.

Die energieeffiziente Sportstätte verlange aber mehr, als nur das Licht in den Umkleidekabinen nachts nicht brennen zu lassen, so der Leiter der Energieagentur NRW. Hüttenhölscher: "Unter Umständen gehören dazu auch bauliche Veränderungen an der Gebäudehülle. Zum Beispiel durch die Dämmung von Decken oder Wänden."

Einsparpotenziale gebe es fast überall. So könnte bei den Sanitäreinrichtungen der Wasserverbrauch um bis zu 40 Prozent gesenkt werden. "Das beginnt beim Duschen. Aus einer durchschnittlichen Dusche strömen bis zu 30 Liter Wasser pro Minute. Ein Spar-Duschkopf reduziert die Wassermenge ohne Komfortverlust auf neun bis maximal elf Liter Pro Minute", so Hüttenhölscher. Nach Erkentnissen des Landessportbundes NRW könnte der Wasserverbrauch beim Duschen durch den Einsatz von Selbstschluss-Armaturen sogar um 65 reduziert werden.

Angesichts der leeren Kassen empfiehlt der in diesem Jahr erschienene Leitfaden "Sport braucht Energie - Die energieeffiziente Sportstätte" der Energieagentur NRW, größere Sanierungen per Contracting zu finanzieren. Beim Contracting liefert ein Contractor Energie und Anlagentechnik. Der Kunde begleicht die Rechnung aus einem Teil der jährlich gesparten Energiekosten. Auf diese Weise erhielt die Turnhalle in Wiehl-Bielstein eine neue Beleuchtungsanlage. Der Energieverbrauch sank dadurch von 540.000 auf rund 400.000 kWh im Jahr. Die Kosten gingen entsprechend von rund 65.000 auf 35.000 Euro zurück.

Weitere Informationen gibt es bei der Energieagentur NRW, Morianstraße 32, 42103 Wuppertal, Tel.: 0202-2455247.

Weiterführende Links
  • Das Programm zur Tagung ist auf der Internet-Seite der Energieagentur NRW abrufbar: