Rund 670 Anlagen in NRW betroffen

Energieagentur NRW bereitet Unternehmen auf Emissionshandel vor

Der zum 1. Januar 2005 in der EU beginnende Handel mit Emissionszertifikaten wirft auch in Deutschland längst seine Schatten voraus. Das Infrastrukturministerium in Nordrhein-Westfalen will den vom Emissionshandel betroffenen Unternehmen mit Info-Veranstaltungen unter die Arme greifen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Die Vorbereitungen auf den Emissionshandel haben spätestens mit dem Beschluss des Nationalen Allokationsplanes durch das Bundeskabinett die heiße Phase erreicht. Der nordrhein-westfälische Infrastrukturminister Dr. Axel Horstmann erklärte dazu am heutigen Montag in Düsseldorf: "Ich rate deshalb den betroffenen Unternehmen, keine Zeit zu vergeuden und sich rechtzeitig fit zu machen für den am 1. Januar 2005 in der Europäischen Union beginnenden Handel mit Emissionszertifikaten."

Neue Veranstaltungsreihe zum Emissionshandel

Das NRW-Infrastrukturministerium bietet den rund 450 betroffenen nordrhein-westfälischen Unternehmen hierzu über die Energieagentur NRW Unterstützung an. Den Schwerpunkt sollen mehrere Informationsveranstaltungen bilden, die am heutigen 17. Mai in Duisburg starten. Weitere folgen in Bonn am 18. und in Dortmund am 19. Mai.

Rund 180 Unternehmen erhalten auf den ganztägigen Veranstaltungen einen Überblick über die Herausforderungen, Chancen und Risiken des Emissionshandels und über die gesetzlichen Regelungen. Bereits im November des vergangenen Jahres hatten rund 250 Unternehmen in Herne, Bad Oeynhausen und Wuppertal von dem Angebot Gebrauch gemacht. Insgesamt sollen auf diese Weise gut 80 Prozent der betroffenen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen erreicht werden.

40 Prozent aller hiesigen Kohlendioxid-Emissionen kommen aus NRW

Landesweit sind rund 670 Anlagen der Energie- und energieintensiven Branchen wie Metall, Baustoffe, Glas, Keramik und Zellstoffe vom Emissionshandel betroffen. Bundesweit sind es zirka 2500 Anlagen. Allein am Veranstaltungsort Duisburg befinden sich rund 16 Unternehmen mit 30 Anlagen vom Hochofen bis zum Heiz- oder Kraftwerk. In Dortmund sind es neun Unternehmen mit zehn Anlagen, und Bonn kann fünf vom Emissionshandel betroffene Unternehmen mit sechs Anlagen aufweisen. Aufgrund ihrer Größe stoßen die in Nordrhein-Westfalen installierten Anlagen rund 40 Prozent aller bundesweiten Kohlendioxid-Emissionen aus.

Bis 2007 vier Tonnen weniger Kohlendioxid-Ausstoß angestrebt

Der nationale Allokationsplan nutzt marktwirtschaftliche Techniken zum Schutz der Umwelt. Danach werden kostenlos Emissionsrechte an emissionsintensive Anlagen aus den oben genannten Branchen vergeben. In der ersten Handelsperiode 2005 bis 2007 wird eine Minderung von etwa vier Millionen Tonnen Kohlendioxid angestrebt. Das Recht, Emissionen auszustoßen, wird hierdurch verknappt. "Damit wird nicht nur ein entsprechender Handel provoziert. Es werden vor allem emissionsmindernde Maßnahmen zu einer finanziell attraktiven Perspektive", so Dr. Horstmann.

Minister Dr. Horstmann erhofft sich durch den europaweiten Emissionshandel bedeutende Impulse für die Wirtschaft des Landes. "Speziell Anlagenbauer aus der Region mit dem Know-how emissionsarmer und umweltschonender Technologien werden zu gefragten Geschäftspartnern vor allem aus Mittel- und Osteuropa", prognostizierte der Minister. "Die steigende Nachfrage wird auch in NRW neue Arbeitsplätze schaffen."

Die Energieagentur NRW steht betroffenen Unternehmen für eine Erstberatung mit speziell geschulten Ingenieuren bereit, die landesweit rund um den Zertifikatehandel beraten.