Klimakonferenz

Energieagentur: Klimarettung duldet keinen Aufschub

Wenige Wochen vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen hat die Internationale Energieagentur (IEA) eindringlich zu "schweren Entscheidungen" gemahnt. "Die Rettung des Planeten duldet keinen Aufschub", hob die IEA am Dienstag in ihrem jährlichen Energieausblick ("World Energy Outlook") hervor.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

London (afp/red) - Mit jedem Jahr, das ungenutzt verstreiche, würden die Möglichkeiten für einen geringeren Ausstoß an Treibhausgasen sinken und die Kosten für den Umbau des Energiesektors höher. Die Weltfinanzkrise und die daraus folgende Rezession hätten den Kohlendioxidausstoß gebremst und zu einer einzigartigen, aber "zeitlich begrenzten Chance" geführt, Investitionen gezielt in Technologien mit geringem CO2-Ausstoß zu lenken, erklärte die Agentur.

IEA für Regulierung des Energiesektors

Der Energiesektor sei der größte Verursacher von Treibhausgasemissionen, hieß es in dem Ausblick. Er stehe "im Mittelpunkt des Problems" und müsse folglich auch fester Bestandteil der Lösung sein. Zwar müssten Privathaushalte und Unternehmen den Großteil der nötigen Investitionen tragen, "der Schlüssel" für eine andere Zusammensetzung der Energieinvestitionen liege aber bei den Regierungen.

Revolution zu Gunsten kohlendioxidarmer Energien

Für ihre Beschreibung der erforderlichen Schritte legte die Agentur das so genannte 450-Szenario zugrunde, bei dem der weltweite Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius beschränkt und die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre bei 450 Millionstel Kohledioxydäquivalenten stabilisiert werden müsste. Um den Temperaturanstieg derart zu begrenzen, bedürfe es einer "Revolution" zu Gunsten kohlendioxidarmer Energien, hob die IEA hervor. Durch einen wirksameren Endenergieverbrauch könne der größte Beitrag geleistet werden, um den CO2-Ausstoß bis 2030 zu senken. Dazu müssten unter anderem der Kraftstoffverbrauch im Verkehr sinken, Biokraftstoffe besser genutzt und neue Fahrzeugtechniken wie Hybridautos gefördert werden.

Klimawandel wird teurer als frühzeitiger Klimaschutz

Wenn die Regierungen weitere Zeit verstreichen ließen, werde das so genannte 450-Szenario immer unrealistischer. "Nur ein paar Jahre Verzögerung hätten wahrscheinlich zur Folge, dass dieses Ziel überhaupt nicht mehr erreicht werden kann", mahnte die IEA. "In diesem Fall würden zusätzliche Kosten für die Anpassung an den Klimawandel anfallen, die sich auf ein Vielfaches dieses Betrages belaufen würden." Die Teilnehmerstaaten der Klimakonferenz im Dezember in Dänemark müssten "die notwendigen schweren Entscheidungen zu treffen, um auf Worte Taten folgen zu lassen".