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Energie: Norwegen will Zusammenarbeit mit Deutschland vertiefen

Norwegen hat Deutschland eine weit reichende Kooperation im Energiesektor angeboten. Dies machte der Ministerpräsident Jens Stoltenberg im Rahmen eines Berlinbesuchs deutlich. Themen eines Meinungsaustauschs im Kanzleramt waren Energiehandel, Außenpolitik und Klimawandel.    

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Wir würden gern mit Deutschland zusammenarbeiten und gemeinsam die Energieressourcen des Hohen Nordens erschließen", sagte Stoltenberg dem "Tagesspiegel" in einem Interview. Das sei im beiderseitigen Interesse, betonte er. In der Region würden "riesige Energiereserven" vermutet. Bislang sei die Barentssee wenig erkundet. Europa müsse sich des Potenzials dieser Region, die nördlich des 66. Breitengrads liegt, erst noch bewusst werden, mahnte der Regierungschef.

Angesichts der Debatte über die Energiesicherheit Europas versicherte Stoltenberg, dass Norwegen weiterhin eine wichtige Rolle für die Versorgung der EU spielen werde: "Europa kann sich auf die norwegischen Gaslieferungen verlassen." Es sei möglich, die Exporte nach Europa noch zu erhöhen. Allerdings warnte er davor, das Thema Energie zu politisieren: Dies sei eine Entscheidung der einzelnen Firmen und nicht der Regierung. Zugleich wies Stoltenberg darauf hin, dass sein Land Teil des europäischen Marktes sei und alle EU-Direktiven für den Energiesektor umgesetzt habe. "Unser Gas ist damit praktisch Europas eigenes Gas", sagte er.

Bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonten die Regierungschef die engen Beziehungen beider Länder. Eine vertiefte Zusammenarbeit werde unter anderem in der Umwelt- und insbesondere Klimapolitik angestrebt. Es ginge darum, neue Technologien zu fördern, die dem Umweltschutz dienen und helfen, die Emissionen von Treibhausgasen zu verringern.

In einem Gespräch mit Bundestagspräsident Norbert Lammert waren sich beide Politiker sich einig, dass Russland als verlässlicher Energiepartner anzusehen sei. Lammert sprach sich allerdings für eine stärkere Diversifizierung der Energieversorgung Deutschlands aus. Es sei nicht sinnvoll, sich vollständig oder auch überwiegend auf einen einzigen Versorger vollständig zu verlassen, so Lammert.

Norwegen ist für Deutschland nach Russland der zweitgrößte Erdgaslieferant.

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