Verbraucherschutz

Energie-Marktwächter nehmen Arbeit in Niedersachsen auf

Vier Marktwächter sind in Niedersachsen künftig im Einsatz, um Verbrauchern auf dem Energiemarkt zur Seite zu stehen. Sie kümmern sich unter anderem um eine systematische Erfassung von Beschwerden. Damit soll für mehr Transparenz auf dem Energiemarkt gesorgt werden.

Stromkosten© Sergej Toporkov / Fotolia.com

Hannover (red) - Das Land Niedersachsen hat als erstes Bundesland einen "Marktwächter Energie" bei der Verbraucherzentrale installiert. Der Marktwächter kümmert sich darum, den Energiemarkt für die Verbraucher transparenter zu machen und Fehlentwicklungen aufzuspüren.

Systematische Erfassung von Beschwerden

Beschwerden von Verbrauchern, die beim Marktwächter eingehen, werden künftig systematisch erfasst und ausgewertet. "Problematische Entwicklungen können so frühzeitig erkannt und an Politik, Öffentlichkeit und Regulierungsbehörden weitergegeben werden", merkte Petra Kristandt von der Verbraucherzentrale an. Außerdem gibt es so die Möglichkeit auf ein rechtswidriges Anbieterverhalten mit kollektiven Abmahnungen oder Unterlassungsklagen zu reagieren.

1.100 Anbieter für Strom

"Der neue Wettbewerb am Energiemarkt ist aus Verbrauchersicht zwar grundsätzlich positiv", sagte die Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, Petra Kristandt bei der Vorstellung des Marktwächters. "Im Schatten der vielen seriösen Anbieter treten aber immer wieder schwarze Schafe in Erscheinung", so Kristandt. Allein im Bereich Strom gibt es inzwischen mehr als 1 100 Anbieter auf dem Markt.

Seit der Liberalisierung der Energiemärkte häufen sich die Verbraucherbeschwerden etwa wegen fehlerhafter oder undurchsichtiger Rechnungen, so die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Vier neue Marktwächter

Seit kurzem arbeiten bei der Verbraucherzentrale vier neue Mitarbeiter als "Marktwächter", die die eingehenden Beschwerden auswerten. Außerdem führen sie eigene Marktchecks und Umfragen durch und erstellen ein interaktives Internetangebot. Über die Webseite können Verbraucher sich direkt und kostenlos an die Verbraucherschützer wenden. Das Land schließt mit dem "Marktwächter" eine Lücke, denn "die Marktbeobachtung konzentrierte sich bislang eher auf die Entwicklung auf der Anbieterseite", so Verbraucherschutzminister Christian Meyer. Der Blick auf das "reale" Marktgeschehen aus der Verbrauchersicht fehlte bislang. Für den "Marktwächter Energie" stellt das Land pro Jahr 250.000 Euro zur Verfügung.