Studie

Energie-Label der EU: verwirrend statt informativ

Das neue Energieeffizienz-Etikett für Elektrogeräte scheint offenbar mehr zu verwirren als zu informieren, wie eine Studie zeigt. Denn die neuen Etiketten bewegen offenbar weniger zum Kauf eines energiesparenden Modells als die alten.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Mannheim (red) - Zu Beginn des Jahres hat die EU Kommission entschieden, dass für Elektrogeräte wie etwa Kühlschränke und Kühltruhen künftig das neue Energieeffizienz-Kennzeichen gelten soll. Es baut auf dem bisherigen Energie Label auf. Mit der Einführung eines neuen Energieeffizienz-Etiketts sollen Verbraucher verstärkt zum Kauf stromsparender Geräte motiviert werden. Eine Studie der Universität St. Gallen und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt aber, dass das Ziel offenbar verfehlt wurde.

In einer computergestützten Simulation hatten die 2148 Umfrageteilnehmer die Wahl, verschiedene TV-Geräte zu kaufen. Die Testpersonen der ersten Gruppe konnten anhand des bislang handelsüblichen Kennzeichens zur Energieeffizienz erkennen, also der Energieeffizienzklassen A bis D. Für die Probanden der zweiten Gruppe gab es die neuen Klassen von A bis A-60%.

Entscheidender für den Kauf wird der Preis

Die Ergebnisse zeigen, dass die Konsumenten, die sich zwischen Geräten mit dem neuen Kennzeichen entscheiden mussten, dem Stromverbrauch deutlich weniger Gewicht bei der Kaufentscheidung einräumten als die Konsumenten der ersten Gruppe. Auch die Bereitschaft, für einen energiesparenden Fernseher tiefer ins Portemonnaie zu greifen, war bei den Testern des alten Labels viermal höher als bei denjenigen, die Geräte mit neuem Energieeffizienz-Label zur Auswahl hatten.

Energieeffizienz wird undurchsichtig

Das neue Energieeffizienz-Kennzeichen scheint die Verbraucher eher zu verwirren, anstatt ihnen als Orientierungshilfe bei der Auswahl von Elektrogeräten zu dienen, interpretiert Klaus Rennings, Wissenschaftler am ZEW. Die feinen Abstufungen des neuen Labels gäben dem Kunden bezüglich Stromverbrauch offenbar zu verstehen, alles sei im grünen Bereich, so Rennings weiter.