Yello im Plus

Energie Baden-Württemberg kehrt in Gewinnzone zurück (aktualis.)

Das Nettoergebnis der EnBW stieg nach einem Minus von knapp 1,2 Milliarden Euro im Jahr zuvor auf ein Plus von 308 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr. Der Gesamtumsatz verringerte sich leicht auf 11,18 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung sank um 47,1 Prozent auf 3,68 Milliarden Euro.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Karlsruhe (ddp/sm) - Die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) hat ihre wirtschaftliche Talsohle überwunden und kehrte im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder in die Gewinnzone zurück. Das Nettoergebnis stieg nach einem Minus von knapp 1,2 Milliarden Euro im Jahr zuvor auf ein Plus von 308 Millionen Euro, wie der viertgrößte deutsche Energiekonzern am Freitag in Karlsruhe mitteilte. Der Gesamtumsatz habe sich leicht auf 11,18 Milliarden Euro verringert.

Deutliches Indiz für die Gesundung des Konzerns ist auch der Abbau der Nettoverschuldung. Sie wurde 2004 um 47,1 Prozent auf 3,68 Milliarden Euro gesenkt. Dazu beigetragen haben laut Geschäftsbericht die positive Gewinnentwicklung, der Verkauf eigener Aktien sowie von Unternehmensteilen. Der Vorstand schlug der Hauptversammlung vor, eine Dividende von 0,70 Euro je Aktie zu auszuschütten.

Mit Blick auf das laufende Jahr heißt es in dem Geschäftsbericht, es werde durch die Konzentration auf das Kerngeschäft geprägt sein. Größere Zukäufe seien nicht geplant. Deshalb sei auf Konzernebene von sinkenden Umsätzen für 2005 auszugehen. Im Geschäftsfeld Strom, das 2004 rund 71,3 Prozent zum Konzernumsatz beitrug, wird für 2005 mit einem Umsatzwachstum von drei Prozent gerechnet, vorrangig aufgrund der angekündigten Preiserhöhungen und wegen steigender Großhandelspreise. Der Stromabsatz werde sich dagegen rückläufig entwickeln. 2004 war der Stromabsatz um 4,6 Prozent gesteigert worden.

EnBW-Chef Claassen kündigte aber auch an, die Expansion nach Mittel- und Osteuropa zu prüfen. Für das Unternehmen seien Polen, Ungarn, die Tschechische Republik sowie die Slowakische Republik strategisch interessante Märkte. In Frage kämen Projekte in den Bereichen Strom, Gas und Verteilung. Dabei sei an Investitionen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich gedacht. Allerdings gebe es noch keine spruchreifen Projekte, sagte Claassen. Mittel- und Osteuropa solle sich aber nach Deutschland zum wichtigsten Markt für EnBW entwickeln.

Die Billigstrom-Tochter Yello Strom GmbH hat laut Geschäftsbericht wie angekündigt den Turnaround geschafft. Sie habe ein positives Ergebnis erwirtschaftet und die Zahl der Kunden netto gesteigert, hieß es.

Der Konzern zahlte den Angaben zufolge seinem Vorstandvorsitzenden Utz Claasen eine Gesamtvergütung von rund 4,17 Millionen Euro. Diese setze sich aus einem Festbetrag von 733 624 Euro sowie einer variablen Vergütung von etwa 3,47 Millionen Euro zusammen. Insgesamt seien für Vorstandsvergütungen etwa 9,87 Millionen Euro aufgewendet worden.