Chaotische Energiepolitik

Energie-Abnehmerverband fordert klare Ziele für Energiepolitik

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) fordert von der Koalition, endlich klare Vorgaben für die Versorgungswirtschaft zu definieren und die Versorgungssicherheit in Deutschland durch den Abbau der Kernkraft- und Kohlekapazitäten nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hannover (red) - Die Studie "Branchenkompass 2008 Energieversorger" hatte ähnliche Bedenken der Energiewirtschaft an den Tag gebracht. "In der deutschen Energiepolitik herrscht Chaos", kritisiert Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA, die gegenwärtige Lage. Zwischen Wirtschafts- und Umweltminister gebe es kaum Übereinstimmung. "Wenn Glos 'Hü' sagt, sagt Gabriel 'Hott' – und die Kanzlerin schweigt sich momentan völlig zum Thema aus", so Panitz. Die Politik sei dringend gefordert, an einem Strang zu ziehen, bisher sei kein energiepolitisches Konzept erkennbar."

"Nein zu Atomenergie! Nein zu Kohle! Die Politik kann nicht immer nur dagegen sein, ohne adäquate Alternativen aufzuzeigen. Mit regenerativen Energien allein gibt es keine sichere und erst recht keine preisgünstige Stromversorgung", erklärt Panitz. Die Energiewirtschaft brauche Planungssicherheit. Ansonsten übe sie sich bei Investitionen z. B. beim Ausbau der Netze oder beim Neubau von Kraftwerken in Zurückhaltung.

Jüngstes Beispiel für die negativen Folgen des Tohuwabohus in der Energiepolitik seien die politischen Querelen um das Kohlekraftwerk Moorburg. Am Ende seien die Industriekunden und die privaten Haushalte die Leidtragenden, so der VEA.