Druck wächst

Enel macht E.ON bei Endesa-Übernahme weiter Konkurrenz

Der italienische Enel-Konzern torpediert weiter die angestrebte Übernahme des größten spanischen Versorgers Endesa durch E.ON. Nach einem Internetbericht der spanischen Zeitung "El Mundo" kontrolliert Enel bereits knapp 25 Prozent der Anteile an Endesa. E.ON bietet derzeit 41 Milliarden Euro für den spanischen Versorger.

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Madrid (ddp-nrw/sm) - Erst am Donnerstagabend hatte Enel mitgeteilt, seinen Anteil an Endesa auf knapp 22 Prozent erhöht zu haben. Zuvor hatten die Italiener bereits angekündigt, ihren Anteil an Endesa auf bis zu 25 Prozent erhöhen zu wollen, falls der spanische Energiemarktregulierer der Transaktion zustimmt. De facto könnte die Transaktion das laufende Übernahmeangebot von E.ON vereiteln. Enel erwarb die Beteiligung kurz vor der außerordentlichen Endesa-Hauptversammlung am 20. März. Dort sollen die Aktionäre die satzungsgemäße Beschränkung des Stimmrechts eines Einzelaktionärs von zehn Prozent unabhängig von der Höhe seiner Kapitalbeteiligung aufheben.

Die Beteiligung von Enel macht ein entsprechendes Votum eventuell unmöglich, wenn sich der italienische Konzern auf Seiten des größten Endesa-Aktionärs Acciona stellt, der 21 Prozent an Endesa hält und die Übernahme durch E.ON zu verhindern versucht.

Unterdessen hat die spanische Börsenaufsicht CNMV offenbar E.ON wegen des Enel-Einstiegs auch den direkten Kauf von Endesa-Aktien erlaubt. Dies berichtet die Tageszeitung "Cinco Dias" am Freitag auf ihrer Internetseite. Bisher konnte der in Düsseldorf ansässige Konzern keine Aktien direkt von Endesa kaufen, weil er ein Übernahmegebot für den spanischen Konzern vorgelegt hat.