Vorbildlich

Endlagersuche: Was die Schweizer besser machen

Die Endlagersuche in der Schweiz gilt als vorbildlich. Im Dezember 2003 sprach sich der Schweizer Bundesrat grundsätzlich dafür aus, ein Auswahlverfahren für die Endlagerung radioaktiver Abfälle zu beginnen. Ein ganz ähnliches Verfahren soll auch schon von der rot-grünen Bundesregierung unter Schröder erarbeitet worden sein.

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Berlin/Bern (dapd/red) - Seitdem suchen die Eidgenossen in einem dreistufigen "Sachplanverfahren" nach einem geeigneten Ort, um ihre radioaktiven Abfälle sicher in tiefen Tonformationen zu verschließen. Das Verfahren hatte nach vielen Fehlern und Unstimmigkeiten ganz neu begonnen und wird immer wieder als beispielhaft herangezogen. Medienberichten zufolge hatte auch die Schröder-Regierung in Deutschland ein ähnliches Verfahren geplant, die Pläne landeten jedoch in der Schublade.

In einer ersten Etappe, die seit 2008 läuft, soll in der Schweiz festgelegt werden, welche geologischen Standortgebiete grundsätzlich in Frage kommen. Die Nationale Genossenschaft für die Entsorgung radioaktiver Abfälle (Nagra) hat sechs geeignete Endlagerstandorte identifiziert, von denen drei allerdings nur schwach- und mittelradioaktiven Müll aufnehmen können. Als besonders geeignet erachten die Experten Opalinuston. Noch in diesem Jahr soll der Schweizer Bundesrat die vorgeschlagenen Standorte genehmigen.

Jetzt haben zunächst die Gemeinden das Wort. An den sechs Standorten sind 202 Gemeinden direkt oder indirekt von der Endlagersuche betroffen. Ihre Bürger können auf Informationsveranstaltungen ihre Einwände geltend machen. Die Nagra soll dann sowohl für hochradioaktive als auch für schwach- und mittelradioaktive Abfälle mindestens zwei Standorte vorschlagen. Mit einem Ergebnis wird etwa 2016 gerechnet.

Anschließend werden die verbleibenden Standorte vertieft untersucht. Um einen gleichwertigen sicherheitstechnischen Kenntnisstand zu erhalten, sind nach Darstellung des Schweizer Bundesamts für Energie geologische Untersuchungen, inklusive Sondierbohrungen, notwendig. Die Nagra hofft darauf, das Verfahren um das Jahr 2020 abschließen zu können.