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Gorleben umstrittenDie Suche nach einem Atommüll-Endlager für hoch radioaktive Abfälle spaltet Umweltschützer und Atomwirtschaft. Während der BUND einen Vergleich mehrerer Standorte forderte, verlangt das Deutsche Atomforum eine Konzentration der Erkundungen auf Gorleben und lehnte eine parallele Prüfung von Alternativen ab.
Berlin (ddp/sm) - Thorben Becker vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte diese Woche die Bundesregierung zu verstärkten Bemühungen bei der Endlagersuche aufgefordert. Es müssten zudem Standorte verglichen werden, der Salzstock Gorleben ist aus Beckers Sicht dafür "definitiv nicht geeignet". Unter anderem gebe es grundsätzliche Bedenken an der Lagerung in Salz, da Wasser eintreten könne und es dadurch zum Kontakt der radioaktiven Stoffe mit dem Grundwasser komme.
Der Generalbevollmächtigte des Deutschen Atomforums, Dieter Marx, hält dagegen Gorleben für geeignet. Salzgestein schließe sehr dicht ab und bilde eine ideale Barriere. Marx forderte in einem ddp-Interview vom Bund, die Erforschung in Gorleben bald wieder fortzusetzen. Es müsse "möglichst schnell Klarheit" über die Eignung des Salzstocks als Endlager geben. Seiner Einschätzung nach könnte eine solche Untersuchung etwa drei Jahre dauern. Erst dann könne man die Eignung beurteilen. Bisher gebe es jedoch keine Erkenntnisse, die dagegen sprechen. Eine gleichzeitige Überprüfung anderer Standorte lehnte Marx ab.
Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, hatte in einem Interview einen Endlagerkonsens zwischen allen politischen Kräften und der Wirtschaft gefordert. Schließlich gehe es um Sicherheitsgarantien für die Lagerung von Atommüll über den Zeitraum von "einer Million Jahre".
Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte in der "Berliner Zeitung" angekündigt, künftig mehr Geld in die Kernforschung zu stecken und diese Förderung kontinuierlich auszubauen. Die Ausbildung junger Nuklearwissenschaftler müsse verbessert werden. Deutschland dürfe sich keinen Kompetenzverlust leisten, solange um uns herum überall neue Kernkraftwerke gebaut werden. Dies betreffe vor allem die Reaktorsicherheit, den Strahlenschutz und die Endlagerung.
Für hoch radioaktive Abfälle gibt es weltweit noch kein Endlager. In Deutschland sind etwa 90 Prozent der anfallenden nuklearen Abfälle schwach- und mittelradioaktiv sowie rund 10 Prozent hoch radioaktiv. Bisher wird hoch radioaktiver Atommüll an zentralen Zwischenlagern Ahaus, Gorleben und Lubmin sowie dezentralen Zwischenlagern an Standorten der Kernkraftwerke aufbewahrt.
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Für hoch radioaktive Abfälle gibt es weltweit noch kein Endlager. Laut Bundesumweltministerium ist dieses Problem nach wie vor ungelöst. Das Wirtschaftsministerium ist dagegen der Ansicht, dass die Endlagerung "auch von insbesondere hoch radioaktiven, Wärme entwickelnden Abfällen in tiefen geologischen Formationen bereits heute technisch sicher realisiert" werden kann.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung zu verstärkten Bemühungen bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Müll aufgefordert. "Es gibt weltweit noch kein Endlager und auch Deutschland ist von einer Lösung weit entfernt", sagte BUND-Energieexperte Thorben Becker der Nachrichtenagentur ddp.
Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Matthias Machnig, befürchtet tiefgreifende gesellschaftliche Folgen, sollten neue Atomkraftwerke in Deutschland geplant und gebaut werden. Das Deutsche Atomforum betont jedoch, es gehe nicht um den Neubau von Kraftwerken, sondern um die Laufzeitverlängerung bestehender Anlagen.
Innerhalb der Gewerkschaften eskaliert der Streit um die Zukunft der Atomenergie. In einem Brief greift der ver.di-Funktionär und Betriebsratschef des Stromkonzerns RWE, Günter Reppien, scharf den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) an, weil dieser am Atomausstieg festhalten will.
Deutschlands erste große Biogas-Forschungsanlage ist am Samstag im baden-württembergischen Eningen in Betrieb genommen worden. Damit werde sichtbar, "dass die Bioenergie im Land an Dynamik gewinnt", sagte Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im baden-württembergischen Landwirtschaftsministerium, bei der Einweihung.Strompreise vergleichen
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