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01.08.2008, 14:17 Uhr

Strom-News

Gorleben umstritten

Endlagersuche spaltet Umweltschützer und Atomwirtschaft

Die Suche nach einem Atommüll-Endlager für hoch radioaktive Abfälle spaltet Umweltschützer und Atomwirtschaft. Während der BUND einen Vergleich mehrerer Standorte forderte, verlangt das Deutsche Atomforum eine Konzentration der Erkundungen auf Gorleben und lehnte eine parallele Prüfung von Alternativen ab.

Berlin (ddp/sm) - Thorben Becker vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte diese Woche die Bundesregierung zu verstärkten Bemühungen bei der Endlagersuche aufgefordert. Es müssten zudem Standorte verglichen werden, der Salzstock Gorleben ist aus Beckers Sicht dafür "definitiv nicht geeignet". Unter anderem gebe es grundsätzliche Bedenken an der Lagerung in Salz, da Wasser eintreten könne und es dadurch zum Kontakt der radioaktiven Stoffe mit dem Grundwasser komme.

Atomlobby hält Gorleben für geeignet

Atomaustieg Der Generalbevollmächtigte des Deutschen Atomforums, Dieter Marx, hält dagegen Gorleben für geeignet. Salzgestein schließe sehr dicht ab und bilde eine ideale Barriere. Marx forderte in einem ddp-Interview vom Bund, die Erforschung in Gorleben bald wieder fortzusetzen. Es müsse "möglichst schnell Klarheit" über die Eignung des Salzstocks als Endlager geben. Seiner Einschätzung nach könnte eine solche Untersuchung etwa drei Jahre dauern. Erst dann könne man die Eignung beurteilen. Bisher gebe es jedoch keine Erkenntnisse, die dagegen sprechen. Eine gleichzeitige Überprüfung anderer Standorte lehnte Marx ab.

Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, hatte in einem Interview einen Endlagerkonsens zwischen allen politischen Kräften und der Wirtschaft gefordert. Schließlich gehe es um Sicherheitsgarantien für die Lagerung von Atommüll über den Zeitraum von "einer Million Jahre".

Forschungsministerium will Kernforschung weiter fördern

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hatte in der "Berliner Zeitung" angekündigt, künftig mehr Geld in die Kernforschung zu stecken und diese Förderung kontinuierlich auszubauen. Die Ausbildung junger Nuklearwissenschaftler müsse verbessert werden. Deutschland dürfe sich keinen Kompetenzverlust leisten, solange um uns herum überall neue Kernkraftwerke gebaut werden. Dies betreffe vor allem die Reaktorsicherheit, den Strahlenschutz und die Endlagerung.

Für hoch radioaktive Abfälle gibt es weltweit noch kein Endlager. In Deutschland sind etwa 90 Prozent der anfallenden nuklearen Abfälle schwach- und mittelradioaktiv sowie rund 10 Prozent hoch radioaktiv. Bisher wird hoch radioaktiver Atommüll an zentralen Zwischenlagern Ahaus, Gorleben und Lubmin sowie dezentralen Zwischenlagern an Standorten der Kernkraftwerke aufbewahrt.

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