Kommission

Endlagerkriterium: Atommüll soll rückholbar sein

Die Frage nach der Lagerung von Atommüll könnte die dafür eingesetzte Kommission noch lange beschäftigen. Die Mitglieder besuchten am Montag das marode Atomlager Asse. Eines schien anschließend festzustehen: Die Fehler aus der Vergangenheit sollen nicht noch einmal begangen werden.

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Remlingen (dpa/red) - Die Rückholbarkeit von eingelagertem Atommüll will die Endlager-Kommission als ein wichtiges Kriterium bei der Suche nach einem Standort für den hochradioaktiven Abfall formulieren. "Wir werden die Rückholbarkeit verlangen", sagte der Vorsitzende der Kommission, Michael Müller, am Montag nach einem Besuch des maroden Atomlagers Asse in Niedersachsen. In der Diskussion dafür sei derzeit ein Zeitraum zwischen 100 und 400 Jahren, sagte Müller. "Was dabei herauskommt, kann ich derzeit noch nicht sagen."

Atommüll in Schacht Konrad soll einbetoniert werden

Die Kommission war nach Niedersachsen gekommen, um sich über das Atommülllager Asse und den Bau des Endlagers Schacht Konrad zu informieren. Die Frage, ob der dort gelagerte schwach- und mittelradioaktive Müll rückholbar sein oder unwiederbringlich einbetoniert werden soll, wird besonders in der Region diskutiert. Während die Kommission die Rückholung empfiehlt, soll der Atommüll in Schacht Konrad für alle Zeiten einbetoniert werden.

Kommission ermittelt Kriterien für die Standortsuche

"Die Kommission versucht, aus der Geschichte Lehren zu ziehen für die künftige Standortauswahl für hochradioaktiven Müll", sagte Müller zum Zweck des Besuchs. Die 32 Mitglieder aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft sollen Kriterien für die Suche nach einem geeigneten Standort für ein Atommüll-Endlager finden. "Was hier gemacht wurde, war Leichtsinn", sagte Müller mit Blick auf die Asse.

Als "billige atomare Müllkippe" bezeichnete Niedersachsens Umweltminister und Kommissionsmitglied Stefan Wenzel die Asse. Er betonte, dass das Wissen um die Lagerung an einem künftigen Standort lange vorgehalten werden müsse. "Auch alle Daten über den Atommüll sollten sorgfältig und zeitnah in einer öffentlich geführten und kontrollierten Datenbank aufbewahrt werden. Damit muss jetzt begonnen werden", forderte er in einer Mitteilung.

Langer Weg für ein Atommüllgesetz

Bisher gibt es in Deutschland noch kein Endlager für hochradioaktive Abfälle. Das einzige genehmigte Endlager Schacht Konrad in Salzgitter ist lediglich für schwach- und mittelradioaktiven Atommüll ausgelegt. Den Bericht mit ihren Empfehlungen wird die Kommission im April vorlegen, anschließend soll öffentlich darüber diskutiert werden. Anfang Juli geht der Bericht dann an den Bundesrat und den Bundestag. Am Ende soll ein Gesetz für ein Endlager stehen.

Rückholung aus der Asse könnte 10 Milliarden kosten

Aus der derzeitigen Fassung des Berichts geht neben ersten Kriterien für die Standortauswahl auch die Höhe der Kosten hervor, die das Bundesumweltministerium für die Rückholung und erneute Deponierung des in der Asse gelagerten Atommülls veranschlagt. Demnach soll die Rückholung etwa fünf Milliarden Euro kosten. Die anschließende Deponierung kommt nach derzeitigem Stand auf weitere fünf Milliarden Euro.

Quelle: DPA