Endlager Morsleben: Verfüllung des Südfeldes beginnt

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Im Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben (ERAM) hat jetzt die Verfüllung der Resthohlräume der Einlagerungskammern (Abbaue 1 und 2) im Südfeld des ERAM begonnen.


"Die begonnenen Verfüllmaßnahmen sind zum Schutz der Bevölkerung und des Betriebspersonals dringend geboten", stellte Bundesumweltminister Jürgen Trittin fest. "Sie sind ein deutliches Signal für den festen Willen der Bundesregierung, das ERAM stillzulegen." Bundesumweltminister Jürgen Trittin und BfS-Präsident Wolfram König informierten sich am Sonnabend vor Ort über den Stand der Arbeiten und waren Zeugen des Verfüllbeginns der Hohlräume mit Salzgrus, das unter Tage im ERAM hergestellt wird. Die unverzügliche Verfüllung war notwendig geworden, weil eine Beschädigung der dort eingelagerten Fässer mit mittelradioaktiven Abfällen durch herabfallendes Salzgestein - sogenannte Löser - mit der Folge einer radioaktiven Freisetzung nicht mehr auszuschließen war.


Die rechtlichen Grundlagen für diese Maßnahmen konnten in Abstimmung mit den Behörden des Landes Sachsen-Anhalt kurzfristig geschaffen werden. Es ist geplant, die Verfüllung mit Drei-Schicht-Betrieb (zwei Verfüllschichten und eine Wartungsschicht) künftig auch an den Wochenenden durchzuführen. Bis zum 28.09.1998 wurden im Abbau 1 insgesamt 1013 Kubikmeter Abfälle und 6617 umschlossene Strahlenquellen und im Abbau 2872 Kubikmeter feste und 626 Kubikmeter unter Tage verfestigte Abfälle eingelagert. Die Abfälle sind nur teilweise mit Braunkohlefilterasche abgedeckt. In beiden Abbauen sind insgesamt etwa 20 000 Kubikmeter Hohlraum unverfüllt. Es können in den zwei Verfüllschichten täglich 125 Kubikmeter Salzgrus eingebracht werden. Nach etwa einem halben Jahr ist der gesamte Hohlraum verfüllt.


Um mit der endgültigen Stilllegung beginnen zu dürfen, bedarf es eines Planfeststellungsbeschlusses des Umweltministeriums in Sachsen-Anhalt. Die Einleitung des atomrechtlichen Planfeststellungsverfahrens auf Stilllegung des ERAM ist vom BfS 1997 beantragt worden.