Wohin mit dem Atommüll?

Endlager-Debatte in Bayern

In der Diskussion über ein Atommüll-Endlager in Deutschland wirft der bayerische SPD-Fraktionschef Franz Maget der CSU und ihrem Generalsekretär Markus Söder Doppelzüngigkeit vor. "Wir sind auch gegen ein atomares Endlager in Bayern", betonte Maget am Dienstag in München.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Passau (ddp-bay/sm) - Maget sagte weiter, wer aber wie die CSU "heute noch als Atom-Apostel" durchs Land ziehe, den Ausbau der Kernenergie predige und 70 Prozent des Stroms in die bayerischen Netze aus Atomenergie einleiten lasse, sei "absolut unglaubwürdig", wenn er wie Söder die Suche nach Alternativen zum niedersächsischen Gorleben strikt ablehne.

Söder hatte in der "Passauer Neuen Presse" für Gorleben als Standort für ein Atommüll-Endlager plädiert. "Gorleben ist und bleibt Standort. Zudem ist es der mit Abstand sicherste", sagte er. Außerdem seien viele Millionen Euro der Steuerzahler dafür investiert worden.

Damit wies der CSU-Politiker das Konzept von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) zurück, der nach Alternativen zu Gorleben sucht. "Der Bundesumweltminister belastet durch seine ständigen Tricksereien das Koalitionsklima", schimpfte Söder.

Nach Informationen der Zeitung haben Beamte des Bundeswirtschaftsministeriums auf Bitten des Bundeskanzleramts bereits Ende Oktober einen eigenen Vorschlag zur Lösung der Endlager-Frage erarbeitet. Dieser sehe vor, keine neuen Endlagerstandorte zu erkunden und nach 2010 weiter in Gorleben zu forschen. In Gorleben wird derzeit ein Zwischenlager für Atommüll betrieben.