Seit einem Jahr von Netz

Endgültiges Abschalten von AKW Biblis gefordert

Das hessische Atomkraftwerk Biblis steht nun seit über einem Jahr still. Hessens SPD und Grüne fordern, den Altmeiler überhaupt nicht mehr ans Netz gehen zu lassen, der einjährige Stilstand habe schließlich gezeigt, dass das Kraftwerk durchaus verzichtbar sei.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Biblis (red) - Am 16. Oktober 2006 ist das AKW Biblis wegen falscher Dübel vom Netz gegangen. Den Jahrestag des Stilstandes nahmen die Grünen in Hessen zum Anlass, erneut eine endgültige Abschaltung zu fordern. Dass es trotz dem langen Stilstand des Kraftwerkes nicht zu Stromausfällen kam oder Strom aus dem Ausland importiert werden musste, zeigt laut den hessischen Grünen, dass das Kraftwerk für eine sichere Stromversorgung nicht notwendig sei und der alte Meiler ohne weiteres abgeschaltet bleiben könne.

Im ersten Halbjahr 2007 habe Deutschland sogar "trotz aller Stillstände" 9,4 Millionen Megawattstunden mehr Strom exportiert als importiert, zitiert die taz Ursula Hammann, energiepolitische Grünen-Sprecherin im hessischen Land. Neben der Verzichtbarkeit nennt Hermann auch die Pannenstatistik als Grund für ein endgültiges Abschalten von Biblis. So liege Block B mit 28 Störfällen seit 2005 knapp hinter dem AKW Brundbüttel, so die taz weiter.

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Norbert Schmitt sagte, dass Biblis "endgültig vom Netz" muss, schreibt die Frankfurter Neue Presse. Neben dem Dübelproblem habe das AKW schließlich noch mehr Sicherheitsprobleme, es sei beispielsweise nicht ausreichend gegen Flugzeugabstürze gesichert.

Atomkraftgegner werfen dem Betreiber RWE bereits vor, das Wiederanfahren des Meilers absichtlich hinauszuzögern, um das im Atomkonsens vereinbarte Abschaltdatum auf nach die nächste Bundestagswahl zu verschieben.

Weiterführende Links
  • Zum Artikel der Frankfurter Neuen Presse
  • Zum Artikel der taz