Benachteiligung?

Endesa will Vorgaben für Übernahme ebenfalls anfechten

Nach dem deutschen Energiekonzern E.ON will auch der spanische Versorger Endesa die Entscheidung der dortigen Regulierungsbehörde CNE zu einer möglichen Übernahme von Endesa durch E.ON anfechten. Das habe der Verwaltungsrat einstimmig beschlossen, teilte Endesa in Madrid mit.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Madrid (ddp/sm) - Der Einspruch werde an das Industrieministerium gerichtet. Bereits in der vergangenen Woche hatte E.ON angekündigt, sich ebenfalls beim spanischen Industrieministerium beschweren zu wollen.

In einer Mitteilung an die Börsenaufsicht schreibt Endesa, es lege Einspruch gegen die Entscheidung ein, um "den Wert des Unternehmens und die Interessen der Aktionäre zu verteidigen". Nähere Erläuterungen dazu gab der Stromkonzern zunächst nicht.

Die CNE hatte den Erwerb des spanischen Versorgers durch den deutschen Wettbewerber erlaubt, die Genehmigung der Transaktion jedoch an eine Reihe von Auflagen geknüpft. So soll sich E.ON im Fall einer Übernahme von einem Drittel der Stromerzeugungskapazität von Endesa trennen. E.ON hatte die Auflagen als unberechtigt bezeichnet, da die Europäische Kommission eine Übernahme bereits im April ohne Einschränkung genehmigt hatte.

Die EU-Kommission fordert derzeit von der spanischen Regierung eine Klarstellung wegen der verhängten Auflagen. Damit soll geprüft werden, ob möglicherweise EU-Recht verletzt wird. Die Kommission hatte zudem im Vorfeld der CNE-Entscheidung die Befürchtung geäußert, dass Spanien die Übernahme zu vereiteln versuche, weil E.ON mit dem spanischen Anbieter Gas Natural um Endesa konkurriere. Der Regierung in Madrid wird nachgesagt, dass sie eine rein spanischen Lösung bevorzugt. Das Angebot von E.ON ist mit rund 27 Milliarden Euro allerdings höher als das von Gas Natural mit rund 22 Milliarden Euro.