Klage gegen Börsenaufsicht

Endesa-Übernahmekampf verlagert sich an die Gerichte

Der italienische Konzern Enel will gerichtlich gegen die spanische Börsenaufsicht vorgehen, damit diese das Gegenangebot von Enel und Acciona im Übernahmekampf um Endesa erlaubt. Die beiden Unternehmen wollen damit das E.ON-Angebot überbieten, der Energiekonzern bietet derzeit 40 Euro je Endesa-Aktie.

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London/Düsseldorf (ddp/sm) - Der Endesa-Übernahmekampf verlagert sich zunehmend auf die Gerichte. Nun will der Enel rechtliche Schritte gegen die spanische Börsenaufsicht CNMV einleiten, wie Enel-Chef Fluvio Conti gestern in London sagte. Die Behörde soll auf diesem Weg das geplante gemeinsame Gegenangebot von Enel und dem spanischen Baukonzern Acciona zur Offerte des größten deutschen Versorgers E.ON für Endesa erlauben.

Conti hatte bislang nach eigenem Bekunden keinen Kontakt mit dem Endesa-Management. Er hoffe aber auf ein baldiges Gespräch, sagte er. Die Endesa-Spitze hat sich hinter das Gebot von E.ON gestellt. Enel ist nach seinen Worten offen für Gespräche mit E.ON, sobald deren Offerte abgelaufen ist. Die Enel-Führung werde sich mit der von E.ON zusammensetzen, weil keiner das Interesse habe, "Werte zu zerstören". Enel hoffe zudem, das Gebot für Endesa vor Ablauf der sechsmonatigen Frist abgeben zu können, die die spanische Finanzmarktaufsicht verhängt hat.

E.ON-Konzern bietet derzeit 40 Euro pro Endesa-Aktie. Enel und Acciona, die zusammen rund 46 Prozent an Endesa halten, hatten ein Gegenangebot von mindestens 41 Euro je Aktie angekündigt. Die spanische Börsenaufsicht will dieses Angebot in den kommenden sechs Monaten allerdings nicht zulassen, da eine Frist für Gegenangebote zur E.ON-Offerte zuvor bereits verstrichen war.