Zwischenschritt

Endesa: Noch keine Bewertung des E.ON-Angebots

Das Übernahmeangebot von E.ON will man beim spanischen Energiekonzern vorerst nicht offiziell bewerten. Grundsätzlich würden die strategischen Pläne des deutschen Versorgers für Endesa aber positiv gesehen, hieß es. Das gilt auch für das Angebot der Barzahlung.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Madrid (ddp/sm) - Der spanische Versorger Endesa will das Übernahmeangebot des Düsseldorfer Energiekonzerns E.ON vorerst nicht offiziell bewerten. Endesa teilte am Dienstag in Madrid mit, zunächst müssten alle einstweiligen Verfügungen aufgehoben sein, die die Übernahmeofferte gegenwärtig noch blockierten. Das E.ON-Angebot beläuft sich auf 37 Milliarden Euro.

In einer Pflichtmitteilung teilte Endesa mit, die strategischen Pläne von E.ON für Endesa würden ebenso positiv beurteilt wie die Bereitschaft, den spanischen Konzern als eigenständiges Unternehmen zu führen. Endesa begrüße ferner, dass E.ON den Kaufpreis anders als Gas Natural komplett in bar zahlen wolle. Der katalanische Versorger bietet 24 Milliarden in bar und in eigenen Aktien für Endesa.

Mit der Mitteilung erfüllt Endesa die gesetzliche Forderung, wonach sich der Board eines Übernahmeobjektes binnen zehn Tagen nach der Freigabe des Gebots durch die spanische Marktaufsicht zu der Offerte äußern muss. Die Freigabe von Seiten der Behörden liegt seit der vergangenen Woche vor.

Nunmehr wird die Umsetzung noch von verschiedenen gerichtlichen Verfügungen blockiert, die Endesa erwirkt hat. Der Versorger hat sich aber verpflichtet, sie baldmöglichst aufheben zu lassen. Branchenkenner gehen allerdings davon aus, dass sich dieser Prozess bis zum Jahresende hinziehen wird.

Wie am Dienstag bekannt wurde, hat der spanische Bau- und Energiekonzern Acciona hat seine Beteiligung an Endesa weiter ausgebaut. Der Anteil sei auf 20 Prozent aufgestockt worden, teilte Acciona mit. Das Unternehmen strebt eine Endesa-Beteiligung von knapp 25 Prozent an.