Hedgefonds wollen klagen

Endesa-Aktionäre profitieren von nachträglich erhöhtem E.ON-Angebot

Aufgrund der nachträglich erhöhten E.ON-Offerte hat die spanische Börsenaufsicht den Endesa-Aktionären, die schon verkauft hatten, mitgeteilt, dass sie ihre Aktien auch behalten können. Das E.ON-Angebot steht jetzt bei 40 Euro je Aktie.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Madrid/Düsseldorf (ddp/sm) - Im Übernahmekampf um den spanischen Versorger Endesa profitieren Aktionäre auch von dem nachträglich erhöhten Angebot des größten deutschen Energiekonzerns E.ON. Die spanische Börsenaufsicht CNMV kam am späten Mittwochabend zu dem Entschluss, dass Endesa-Aktionäre, die ihre Aktien im Rahmen des Düsseldorfer Übernahmeangebots bereits dem DAX-Konzern angedient haben, diesen Schritt wieder rückgängig machen und die Anteilsscheine behalten können. Hintergrund ist die nachträgliche Erhöhung der Offerte durch E.ON von 38,75 auf 40,00 Euro.

Einem Pressebericht zufolge wollten zwei Hedgefonds die CNMV verklagen, weil sie ihre Aktien E.ON bereits zu 38,75 Euro verkauft hatten. Die Börsenaufsicht habe den Hedgefonds einen wirtschaftlichen Schaden zugefügt, indem sie E.ON die Möglichkeit zur nachträglichen Erhöhung des Gebotes gegeben habe, hatten die Fonds argumentiert.

Die Börsenaufsicht hatte die Regeln in dem Übernahmeprozess außer Kraft gesetzt und E.ON ein höheres Gebot ermöglicht, weil der spanische Baukonzern Acciona und der italienische Stromversorger Enel ein Gegenangebot für Endesa angekündigt hatten, obwohl eine entsprechende Frist bereits abgelaufen war. Die Offerte ist aus Sicht der Börsenaufsicht daher für die kommenden sechs Monate nicht zulässig.