Voreilig

EnBW zu BfS-Äußerungen: Negative Stellungnahme erzeugt unnötige Emotionen

"Die Aufgabe dieser Behörde ist es, zur sachlichen Klärung aller Sicherheitsfragen beizutragen, aber nicht durch voreilige öffentliche Kommentierung Emotionen zu erzeugen." Mit diesen Worten kommentierte der Energiekonzern EnBW die Aussagen des Präsidenten des Bundesamts für Strahlenschutz zur vorzeitigen Abschaltung von fünf Risikomeilern.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Karlsruhe (red) - Mit "Verwunderung" hat der Energiekonzern EnBW die Aufforderung des BfS-Präsidenten zur Kenntnis genommen, einen Teil der Kernkraftwerke früher abzuschalten. Die Behauptung eines ungenügenden Schutzes und insbesondere der Vorwurf der bisherigen Untätigkeit seien nicht nachvollziehbar, hieß es aus der Konzernzentrale als Reaktion auf einen Zeitungsbericht.

Infolge der Ereignisse des 11. September 2001 sei die Gefährdung kerntechnischer Anlagen durch Terrorismus insgesamt einer sorgfältigen Überprüfung unterzogen worden. Die kernenergieführenden Energieunternehmen hätten sich dabei freiwillig bereit erklärt, den Schutz im Bereich ihrer Anlagen zu verbessern. Neben der baulichen und systemtechnischen Auslegung der Anlagen gehe es hier auch um eine Kette gestaffelt vorgelagerter Schutzmaßnahmen, die teils im staatlichen Wirkungsbereich liegen. Zahlreiche Maßnahmen könnten nicht öffentlich diskutiert werden, um ihre Wirksamkeit nicht zu gefährden.

Umso fragwürdiger sei es, wenn der Präsident des Bundesamts für Strahlenschutz zu einzelnen Maßnahmenteilen, die im Auftrag des Bundesumweltministers zur Zeit noch in der gutachterlichen Prüfung sind, kurz vor Abschluss dieser Prüfung bereits öffentlich negativ Stellung nimmt. "Die Aufgabe dieser Behörde ist es, zur sachlichen Klärung aller Sicherheitsfragen beizutragen, aber nicht durch voreilige öffentliche Kommentierung Emotionen zu erzeugen", moniert die EnBW abschließend.