Interesse

EnBW will sich an den Stadtwerken Leipzig beteiligen

Der Karlsruher Energiekonzern EnBW (Energie Baden-Württemberg AG) will sich nach einem Zeitungsbericht an den Stadtwerken Leipzig beteiligen. Der EnBW-Vorstandsvorsitzende Utz Claassen gab das Interesse seines Unternehmens in einem Interview bekannt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Karlsruhe/Leipzig (ddp/sm) - Claassen sagte der "Leipziger Volkszeitung", wenn der Leipziger Stadtrat sich dafür entscheidet, 49,9 Prozent der Stadtwerke zu veräußern, "dann wollen wir definitiv ein Gebot abgeben". Im Falle eines Kaufs könne er mit einer Arbeitsplatzgarantie für Stadtwerke-Mitarbeiter leben.

Die Stadt will mit dem Erlös die kommunalen Schulden in Höhe von knapp eine Milliarde Euro abbauen. Das kommunale Parlament dürfte noch in diesem Monat die Teilprivatisierung auf den Weg bringen. Interesse an einem Kauf haben bislang auch der russische Energiekonzern Gazprom sowie das Mannheimer Energieunternehmen MVV angemeldet.

Zu Begründung des wirtschaftlichen Engagements sagte Claassen dem Blatt, die Stadtwerke betrieben wie EnBW Wettbewerb außerhalb ihres Versorgungsgebiets und seien gleichermaßen bestrebt, Potenziale in Mittel- und Osteuropa zu erschließen. Der Vorstandsvorsitzende betonte: "Mit der gebündelten Kraft könnten wir sehr viel bewegen." Zu einem möglichen Kaufpreis machte er keine Angaben.

Zudem hat die EnBW laut Claassen Interesse an einer Beteiligung an der städtischen Holding LVV, unter deren Dach die Stadtwerke, die Wasserwerke und die Verkehrsbetriebe zusammengeschlossen sind. 2009 soll diese Firma teilprivatisiert werden.