Jahresbericht

EnBW wieder in den schwarzen Zahlen

Nach einem dicken Minus im Vorjahre hat der Energieversorger EnBW 2015 fast 125 Millionen Euro Gewinn gemacht. Eine Entwarnung bedeutet das jedoch noch lange nicht, denn das Plus ist vor allem auf Wertpapier-Verkäufe zurückzuführen.

EnBW  Energie Baden-Württemberg© EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Stuttgart/Karlsruhe – Der Energieversorger EnBW hat 2015 einen Gewinn von fast 125 Millionen Euro erzielt - ein wichtiger Grund dafür waren aber vor allem Verkäufe von Wertpapieren. Im Vorjahr hatte es noch ein Minus von knapp 466 Millionen Euro gegeben. Belastet hätten Deutschlands drittgrößten Energiekonzern im laufenden Geschäft weiterhin fallende Großhandelspreise für Strom und Abschreibungen auf den Kraftwerkspark sowie Rückstellungen von insgesamt einer Milliarde Euro. Das berichtete Vorstandschef Frank Mastiaux am Montag bei der Vorstellung der Jahreszahlen in Stuttgart.

Nach dem dritten Quartal 2015 hatte der Konzernüberschuss bei EnBW noch bei 710,8 Millionen Euro gelegen, auch durch den Verkauf von Wertpapieren im ersten Halbjahr. Der Hauptversammlung soll eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie vorgeschlagen werden.

Geschäfte dürften schwierig bleiben

Der EnBW-Umsatz stieg 2015 leicht auf 21,2 Milliarden Euro, nach 21,0 Milliarden Euro im Vorjahr. Für 2016 rechnet Mastiaux weiter mit schwierigen Geschäften. Der Umbau des Unternehmens weg von Atom- und Kohlestrom hin zu Windenergie und Gas soll fortgesetzt werden. Auch andere Branchengrößen wie Eon und RWE haben mit dem immer unrentableren Geschäft mit konventionellen Kraftwerken zu kämpfen.

Ausbau der Ökostrom-Sparte

Bei den Erneuerbaren konnte der Konzern im vorigen Jahr einen um mehr als die Hälfte gestiegenen bereinigten Betriebsgewinn (287,4 Millionen Euro) verbuchen. EnBW hatte etwa stark in den Offshore-Windpark "Baltic 2" in der Ostsee investiert. In der gesamten Windenergie seien 2015 Anlagen mit mehr als 500 Megawatt installierter Leistung ans Netz angeschlossen worden.

EnbW wird drittgrößter Gasanbieter in Deutschland

Eine strategische Investition sei die Übernahme der Mehrheitsbeteiligung an der Leipziger Verbundnetz Gas AG. Damit werde EnBW zum drittgrößten Gasanbieter in Deutschland, das Gasgeschäft solle künftig 15 bis 20 Prozent zum Konzernergebnis beitragen. "Es wird damit zu einer stabilen Säulen unserer Neuausrichtung", sagte Mastiaux. Er und Finanzchef Thomas Kusterer kündigten an, das Ziel einer Kosteneinsparung von 400 Millionen Euro bis 2020 zu verschärfen. Die Höhe und einzelne Maßnahmen sollen in den nächsten Monaten festgelegt werden. Zu möglichen Folgen für die Mitarbeiter gab es noch keine Angaben. EnBW beschäftigte zum Jahreswechsel knapp 20 300 Menschen. Das Unternehmen ist fast vollständig in öffentlicher Hand.

Quelle: DPA