Stellungnahme

EnBW weist Vorwürfe der Preistreiberei an Strombörse zurück

EnBW-Chef Claasen wies darauf hin, sein Unternehmen habe als einer der größten hiesigen Stromzukäufer kein Interesse an überhöhten Großhandelsmarktpreisen. Er könne sich auch nicht vorstellen, dass einer der Wettbewerber so denkt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Köln (ddp/sm) - In der Debatte um mögliche Preistreiberei an der Leipziger Strombörse EEX weist der Stromkonzern EnBW die Vorwürfe entschieden zurück. Der Vorstandsvorsitzende Utz Claassen sagte am Freitag im Deutschlandfunk, sein Unternehmen könne als einer der größten Stromzukäufer in Deutschland gar kein Interesse an überhöhten Großhandelsmarktpreisen haben. "Für uns kann ich vollkommen ausschließen, dass wir da ein Interesse haben, irgendetwas zu verzerren oder gar zu manipulieren", sagte Claassen und fügte hinzu: "Ich kann mir auch für keinen unserer Wettbewerber ernsthaft vorstellen, dass der auch nur darüber nachdenken würde, so etwas zu tun."

Claasen betonte, dass die Branche unter Beobachtung stehe, "ist legitim". Aber ohne Beweise in "kollektiven Generalverdacht" zu geraten, finde er "schon merkwürdig". Deshalb distanziere sich sein Unternehmen von "all so was".

Zugleich kritisierte Claassen aktuelle Überlegungen, den CO2-Ausstoß in Deutschland noch stärker als geplant zu reduzieren. Es erscheine ihm "außerordentlich fragwürdig", dass in Deutschland bereits über schärfere Einspar-Ziele diskutiert werde, während andere EU-Länder ihre CO2-Reduktionspläne noch gar nicht vorgelegt hätten. Es müsse verhindert werden, dass die deutsche Industrie einseitig benachteiligt werde, sagte Claassen.