Sparkurs

EnBW: Vier-Tage-Woche soll Entlassungen vermeiden

Mit dem "Solidaropfer" Vier-Tage-Woche ohne Lohnausgleich will der Vorstandsvorsitzende der EnBW, Utz Claasen, eine Entlassungswelle vermeiden. Nach einem gigantischen operativen Verlust in diesem Jahr will der Manager schon 2004 wieder schwarze Zahlen schreiben und plant daher allein im Personalbereich Kürzungen in Höhe von 350 Millionen Euro.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Im Rahmen seines intensiven Sparkurses und um eine Entlassungswelle zu vermeiden hat Utz Claasen, Vorstandschef des viertgrößten deutschen Energieversorgers EnBW, den Beschäftigten eine Vier-Tage-Woche angeboten. "Ich kann mir auch eine Vier- Tage-Woche ohne Lohnausgleich vorstellen. Ich habe das im informellen Gespräch den Spitzenvertretern unserer Arbeitnehmervertretung vorgeschlagen", erklärte Claassen in einem Gespräch mit der Financial Times Deutschland. "Es ist Sache der Arbeitnehmervertreter, ob sie durch ein solches Solidaropfer betriebsbedingte Kündigungen überflüssig machen wollen", fügte er hinzu.

Claasen bestritt gleichzeitig, dass sich das Unternehmen sich auf den Abbau von 3700 Arbeitsplätzen festgelegt habe. Ziel sei es, die Kosten im Personalbereich um 350 Millionen Euro zu senken. Dazu sollen neben Kündigungen auch der Abbau übertariflicher Leistungen, Frühruhestand und die Nichtverlängerung befristeter Verträge beitragen. Insgesamt will der Manager bis 2006 eine Milliarde Euro Kosten einsparen, u.a. beim Bezug von Roh- und Betriebsstoffen, im Marketing und beim Einkauf von Fremdleistungen. "Es muss unser Ziel sein, 2004 eine schwarze Zahl nach Steuern zu erreichen", sagte er der FTD.

Weiterführende Links