Wandelanleihe

EnBW steigt in den internationalen Kapitalmarkt ein

Mit einer "bedingten" Wandelanleihe will die EnBW Mittel von etwa 500 Millionen Euro verfügbar machen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com
Im Vorfeld der für das Jahr 2002 geplanten Aktienplatzierung nutzt die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) nun das innovative Finanzierungsinstrument einer "bedingten" Wandelanleihe zur weiteren Stärkung der finanziellen Basis. Mit den Emissionserlösen soll die zukünftige Expansion, insbesondere die Akquisition der Neckarwerke Stuttgart finanziert werden.


"Wir sind nicht nur im Stromwettbewerb Innovator, sondern auch auf dem Finanzmarkt. Die in dieser Gestaltung erstmalig begebene Anleihe erweitert unsere Finanzierungsspielräume und ist der erste Schritt zu einer höheren Kapitalmarktpräsenz", freute sich Gerhard Goll, Vorstandsvorsitzender des drittgrößten deutschen Energieversorgers. "Wir verfügen damit über zusätzliche Mittel zur Finanzierung unseres nationalen und internationalen Wachstums." Die Emission wird voraussichtlich ein Volumen von etwa 500 Millionen Euro aufweisen und bei deutschen und internationalen institutionellen Investoren in Europa platziert. Die Notierung ist im Amtlichen Handel in Frankfurt vorgesehen.


Die von EnBW geplante "bedingte" Wandelanleihe ist zunächst eine "normale" Anleihe. Mit der Handelsregistereintragung des von der diesjährigen Hauptversammlung zu schaffenden bedingten Kapitals wird die Anleihe zu einer aufschiebend bedingten Wandelanleihe. Die aufschiebende Bedingung für die Entstehung des Wandlungsrechts ist die Durchführung einer breiten Platzierung weiterer Aktien am Kapitalmarkt. Im Fall einer entsprechenden Aktienemission wird die Anleihe zu einer "normalen" Wandelanleihe mit einer Laufzeit von drei Jahren. Investoren können dann aufgrund des Wandlungsrechts an einer positiven Kursentwicklung der EnBW-Aktie partizipieren. Deshalb erhalten sie lediglich eine Verzinsung unterhalb des aktuellen Kapitalmarktniveaus. Am Ende der verlängerten Laufzeit werden nicht gewandelte Anleihen zurückbezahlt.


Alle großen Aktionäre der EnBW haben der internationalen Platzierung der Anleihe bereits zugestimmt. Alle weiteren Aktionäre - etwa 1,7 Prozent der Aktien befinden sich in Streubesitz - erhalten ein Bezugsrecht. Die Deutsche Bank, UBS Warburg und Barclays sind Joint Lead Manager dieser Transaktion.