EnBW soll Option zum Erwerb der Mehrheit an der ZEAG erhalten

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Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG soll eine Option zum Erwerb der bislang von der Stadt Heilbronn gehaltenen Mehrheit an der Zementwerk Lauffen - Elektrizitätswerk Heilbronn AG (ZEAG) erhalten. Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach und der EnBW Vorstandsvorsitzende Gerhard Goll berichteten heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz, Stadtverwaltung und EnBW hätten sich über einen entsprechenden Optionsvertrag und einen Standortsicherungsvertrag geeinigt. Ein verbindlicher Gemeinderatsbeschluss werde voraussichtlich am 21. November getroffen. Die Bündelung der Kompetenzen und Kräfte von EnBW und ZEAG nutze der Zukunftssicherung beider Unternehmen und stärke die Wirtschaftskraft der Region.


Nach dem vereinbarten Optionsvertrag wird die Stadt Heilbronn bis spätestens Ende Januar 2003 ihren 50,09 Prozent betragenden Aktienanteil an der ZEAG an die EnBW verkaufen. Über den Kaufpreis haben sich beide Seiten bereits verständigt. Die bislang 12,04 Prozent der ZEAG-Aktien besitzende EnBW wird dann eine Mehrheit von 62,13 Prozent an der ZEAG halten. Weitere 27,41 Prozent der ZEAG-Aktien hält die Heidelberger Zement AG, 10,46 Prozent sind Streubesitz. Der Heilbronner Oberbürgermeister oder ein anderer Vertreter der Stadt soll unbefristet Sitz und Stimme im ZEAG-Aufsichtsrat behalten. Der Standortsicherungsvertrag sieht ausdrücklich den Erhalt der "Regionalmarke ZEAG" und der Eigenständigkeit des Unternehmens ZEAG mit seinen Bereichen Zement und Energie an den Standorten Heilbronn und Lauffen vor. Der Stadt Heilbronn bleiben durch den Verzicht auf eine Eingliederung der ZEAG in die EnBW die Gewerbesteuerzahlungen der ZEAG erhalten.


Die EnBW wird die seitherigen Netzbereiche Öhringen / Taubertal / Kraichgau in einem neuen Regionalzentrum Hohenlohe/Tauber zusammenführen. Die Geschäftsbesorgung für dieses neue EnBW Regionalzentrum wird künftig durch die ZEAG erfolgen. Durch die geplante Geschäftsbesorgung ändert sich nichts an der Zuordnung des Eigentums und der Kunden, auch die Mitarbeiter bleiben in der jeweiligen Gesellschaft. Die ursprünglich geplante Übertragung der Verwaltung der EnBW Einrichtungen in den Bereichen Öhringen und Taubertal auf die EnBW Ostwürttemberg-Donau-Ries AG (Ellwangen) ist aufgrund der Vereinbarungen über die ZEAG hinfällig.


Bekräftigt hat die EnBW nochmals ihr Festhalten am Erhalt des Kraftwerksstandorts Heilbronn. Die Fassade des nahe der Autobahn A 6 gelegenen Kühlturms des EnBW Kraftwerks wollen EnBW und Stadt gemeinsam attraktiv gestalten. Für das unter dem Namen "Block E" bereits als Veranstaltungshalle genutzte alte Kraftwerksgebäude und dessen Umfeld werden EnBW und Stadt ein gemeinsames Konzept für attraktive Freizeitaktivitäten - etwa für Sport und Kultur - entwickeln.