Kritik ungerechtfertigt

EnBW sieht keine Mängel in Philippsburg

Die EnBW hat sich als Betreiber des Kernkraftwerks Philippsburg gegen die neuerliche Kritik des Umweltministeriums am Sicherheitsmanagement gewehrt. Technikvorstand Hartkopf betonte, der sichere Betrieb von Block 2 des Kernkraftwerks sei "zu jeder Zeit uneingeschränkt gewährleistet" gewesen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (ddp/sm) - Die Betreiber des baden-württembergischen Atomkraftwerks Philippsburg wehren sich gegen die wieder aufgeflammte Kritik des Bundesumweltministeriums an ihrem Sicherheitsmanagement. Der Technikvorstand der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), Thomas Hartkopf, betonte am Freitag in Stuttgart, der sichere Betrieb von Block 2 des Kernkraftwerks sei "zu jeder Zeit uneingeschränkt gewährleistet" gewesen. Die Kritik sei daher "völlig ungerechtfertigt". Der AKW-Leiter Hans-Josef Zimmer versicherte, bei Zweifeln an der Sicherheit würde die EnBW die Anlage vom Netz nehmen.

Das Bundesumweltministerium hatte vor wenigen Wochen das Sicherheitsmanagement in Philippsburg erneut beanstandet. Hintergrund ist eine mögliche Sicherheitslücke bei der Störfall-Beherrschung. Das Ministerium wirft den Betreibern vor, für den Fall eines plötzlichen Kühlmittelverlusts nicht ausreichend Vorsorge getroffen zu haben. Die Anlage sei seit Sommer 2004 weiterbetrieben worden, obwohl die Beherrschung einer solchen Panne nicht nachgewiesen war, lautete die Kritik.

Die Betreiber bleiben indes bei ihrer Darstellung, das Problem sei erst in diesem Januar im Zuge der Aufarbeitung der Pannenserie von 2001 erkannt worden. Die EnBW habe daraufhin unverzüglich die Atomaufsicht informiert, obwohl es sich nicht um einen meldepflichtigen Vorgang handle. Auch seien Maßnahmen eingeleitet worden, um die Möglichkeit eines solchen Störfalls auszuschalten. So werde bis zur endgültigen Klärung des Vorgangs vorsorglich auf Instandsetzungsarbeiten an den vier Flutbehältern verzichtet, um auch unter besonders negativen Annahmen immer ausreichend Kühlmittel zur Verfügung zu haben.

Nach Angaben Zimmers geht es in der Diskussion allein um die theoretische Annahme eines Lecks am Reaktordruckbehälter. Dabei könnte sich Kühlwasser als "Totvolumen" in der Reaktorgrube ansammeln, sodass im schlimmsten Fall nicht ausreichend Kühlwasser zur Verfügung stehe. Dieser Fall sei bislang aber noch nie eingetreten und "sehr, sehr unwahrscheinlich", betonte der AKW-Chef.

Das Atomkraftwerk war bereits 2001 in die Schlagzeilen geraten, nachdem bekannt geworden war, dass im Block 2 die Flutbehälter nicht genügend boriertes Kühlwasser enthielten. Das Bundesumweltministerium hatte damals eine mehrwöchige Abschaltung des Kraftwerks erzwungen.