EnBW setzt "Digital Powerline"-Tests fort

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com
Der angekündigte Ausstieg von Nor.web aus der "Digital Powerline"-Technik - Stichwort: Internet-Surfen über Stromkabel - hat bei der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) für Verwunderung gesogrt. "United Utilities" und "Nortel Networks" hatten gestern bekannt gegeben, das "Powerline"-Engagement ihrer Tochtergesellschaft Nor.web zu beenden. Nor.web liefert die Systemtechnik für die Übertragung der Daten über die Stromnetze zum Kunden wie etwa das "Powerline"-Modem und Koppeleinheiten zur Ein- und Auskopplung der Daten zwischen Strom- und Telekommunikationsnetzen.


Die EnBW sieht keinen Anlass, ihre bisherige Linie zu korrigieren und wird deshalb ihre Feldtests fortführen. "Der Rückzug von Nor.web ist für uns nicht nachvollziehbar, die Begründungen schon gar nicht", so EnBW-Chef Gerhard Goll. Die bisherigen Tests hätten gezeigt, dass großes Interesse bei Kunden und Providern an der Powerline-Technik vorliege. Auch die bisherigen Analysen zur Wirtschaftlichkeit gäben keinen Anlass zu einem Ausstieg. Im Gegenteil: die EnBW plant sogar, die Weiterentwicklung zu forcieren. Auch "United Utilities" und "Nortel Networks" bestötigten, dass die Einsatzfähigkeit bei 18 Feldversuchen in zehn Ländern nachgewiesen wurde.


Andere weltweite Kooperationspartner von Nor.web sehen das ebenso. Wie die "Powerline"-Projektleitung von EnBW und "tesion" mitteilte, bestünde bei den Projektpartnern Übereinstimmung, dass die Erfolgsaussichten im Wettbewerb hervorragend seien. Alleine die "Powerline"-Technik sei in der Lage, Energie- und Telekommunikationsdienstleistungen zu verknüpfen. Besondes Haushaltskunden sowie kleine und mittelständische Unternehmen können von dieser Technik profitieren.


"Digital Powerline" ist ein Projekt von EnBW und "tesion", einer Tochter von EnBW und "Swisscom". Bereits 40 Nutzer testen "Digital Powerline" in Herrenberg seit Dezember 1998. Sie sind von der Schnelligkeit der Datenübertragung sowie von der einfachen Handhabung begeistert. Im Zuge des Feldversuchs sollen die Nutzer umfangreiche Daten- und Internet-Angebote wie etwa E-Mail, Download, Upload, spezielle Info-Angebote, Online-Shopping, E-Commerce sowie weitere Leistungen erhalten. Weitere Nutzer werden in Kürze angeschlossen.


Die "Digital Powerline"-Anwender erhalten die Daten über die Glasfasernetze der "tesion". Von der Umspannstation werden die Daten zum Ortsnetztrafo weitergeleitet. Dort erfolgt die Einkopplung der Daten in das Niederspannungsnetz. Beim Kunden werden die Daten am Stromzähler über eine dort eingebaute Koppeleinheit abgegriffen und über ein "Powerline"-Modem sowie ein separates Kabel zum PC übertragen.


"Wir werden sicherstellen, dass das unverständliche Verhalten von Nor.web keine Auswirkungen auf den Fortgang unseres Projektes haben wird", so Goll abschließend.