EnBW Regional AG ordnet ihr Netzgebiet neu

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Gut ein Jahr nach ihrer Gründung unterzieht sich die EnBW Regional AG einer umfassenden Neuorganisation, um ihre Marktstellung als wichtigster Netzbetreiber Baden-Württembergs behaupten und weiter ausbauen zu können. Zu diesem Zweck sollen bis Mitte 2001 die dezentralen Strukturen der Stuttgarter EnBW Tochter verdichtet und Synergien genutzt werden, die sich unter anderem aus der Partnerschaft mit der Neckarwerke Stuttgart AG ergeben. So sollen landesweit 360 von derzeit rund 2600 Stellen abgebaut und jährlich bis zu 60 Millionen Mark eingespart werden. Umgesetzt wird dieses Konzept für die Mitarbeiter sozial verträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen, verspricht das Unternehmen.


"Um wettbewerbsfähig zu bleiben und unseren Kunden bei gleichbleibender Qualität möglichst günstige Netznutzungsgebühren bieten zu können, müssen wir uns in einem sich rasant verändernden Marktumfeld noch effizienter und flexibler aufstellen", betonte der scheidende Vorstandsvorsitzende der EnBW Regional AG, Dr. Hartmut Bilger. Dies gelinge durch die jetzt vom Vorstand beschlossene Reform - und zwar ohne Abstriche an dem bisher hohen Standard des Netzservices und der Versorgungssicherheit im EnBW Kerngebiet Baden-Württemberg. Durch die verdichtete Verwaltungsstruktur wird der Aktionsradius der einzelnen Organisationseinheiten größer, ihre operative Schlagkraft wird aber wesentlich durch die neu eingerichteten Logistikzentren und die Bezirkszentren, die den Netzkundenservice vor Ort wahrnehmen, bestimmt. Der Einsatz moderner Kommunikationstechnologien, eine entsprechende Ausstattung und weitere organisatorische Maßnahmen setzt die Bezirkszentren in den Stand, in ihrem Zuständigkeitsbereich selbständig zu agieren und jede mögliche Störstelle im Netz ähnlich schnell wie bisher, nämlich in maximal einer Stunde, erreichen zu können.


Bisher war das Netzgebiet der EnBW Regional AG landesweit auf neun Regionalzentren aufgeteilt. Nach der jetzt beschlossenen Gebietsreform werden es zunächst noch sechs Regionalzentren sein. Um mögliche Synergieeffekte konsequent zu nutzen, werden zwei von ihnen im Auftrag der EnBW Regional AG von anderen Konzernunternehmen geleitet. Im Herzen Baden-Württembergs nimmt die Partnerschaft zwischen der EnBW Regional AG und der Neckarwerke Stuttgart (NWS) AG konkret Gestalt an. Große Teile der bisherigen EnBW Regionalzentren Freudenstadt und Herrenberg sind schon Gas-Konzessionsgebiete der NWS. Diese Gebiete bilden mit dem Versorgungsgebiet des NWS Regionalcenters Ludwigsburg ein neues gemeinsames Regionalzentrum West mit über 430 000 Kunden. Sitz des Regionalzentrums wird Ludwigsburg, Herrenberg bleibt als Logistikzentrum ein wichtiger EnBW Standort, Freudenstadt als Betriebs-Stützpunkt. Die Federführung übernimmt die NWS, ohne dass sich die Zugehörigkeit des Personals und der Netzkunden im Gebiet der EnBW Regional AG verändern würde. Auch das Netz selbst bleibt im EnBW Eigentum. Und im Nordosten des Landes übernimmt - vorbehaltlich einer möglichen Neuordnung im Bereich der Heilbronner ZEAG - die ODR (EnBW Ostwürttemberg DonauRies AG) mit Sitz in Ellwangen, eine unmittelbare Tochter der EnBW Regional AG, die Betriebsführung des neu zugeschnittenen Regionalzentrums Hohenlohe-Taubertal, in dem Öhringen als Logistikzentrum und Tauberbischofsheim als Betriebs-Stützpunkt weitergeführt wird. Dadurch entsteht eine leistungsfähige Organisationseinheit mit insgesamt 410 000 Kunden. Auch hier ändert sich lediglich die Betriebsführung, nicht aber im EnBW Gebiet die Unternehmenszugehörigkeit der Mitarbeiter, die Kundenverhältnisse oder das Netzeigentum.


Um Servicequalität, Kundennähe, Reaktionsschnelligkeit und Versorgungssicherheit im Netzgebiet unverändert gewährleisten zu können, ist weiterhin eine dezentrale Organisationsstruktur und eine kompetente Präsenz in der Fläche erforderlich. Dem kommt entgegen, dass in den neu zugeschnittenen Regionalzentren in der Regel neben einem technisch-administrativen Sitz ein Logistikzentrum eingerichtet wird. Dort - an den Standorten früherer Regionalzentren - werden in der Regel Aufgaben der Lagerhaltung, des Transports, der Ausbildung sowie der Netzführung und -instandhaltung konzentriert. So entstehen Strukturen, die nicht nur effizient und sachgerecht, sondern auch wettbewerbsfähig und langfristig belastbar sind.