9-Monats-Zwischenbericht

EnBW: Radikalkur sorgt für deutliche Gewinnsteigerung

Positive Ergebniszahlen bei der EnBW: Heute hat der Energiekonzern seinen Neunmonatsbericht vorgelegt und nach einem Fehlbetrag von über einer Milliarde Euro im Vorjahr nun ein Ergebnis nach Steuern von 222,8 Millionen Euro präsentiert. Laut EnBW-Chef Claassen sei die strukturelle Sanierung nun weitgehend abgeschlossen.

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Karlsruhe (red) - Der drittgrößte deutsche Energiekonzern EnBW hat mit dem eingeschlagenen Sanierungskurs sein Ergebnis deutlich verbessert. So stieg das Ergebnis nach Steuern auf 222,8 Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von knapp über einer Milliarde im entsprechenden Vorjahreszeitraum. "Die strukturelle Sanierung ist weitgehend abgeschlossen, und hinsichtlich der Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit bewegt sich der Konzern bei Veränderungsintensität und Veränderungsgeschwindigkeit auf höchstem Niveau, und zwar sowohl im Branchenvergleich als auch im gesamtwirtschaftlichen Kontext", fasste EnBW-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Utz Claassen bei der Vorstellung des Neunmonatsberichts heute in Karlsruhe die Entwicklung des Unternehmens zusammen.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Jahres 2003 um 169 Prozent auf über 1,55 Milliarden Euro. Beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) gelang ein Turnaround von minus 238 Millionen Euro auf 845 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern (EBT) verbesserte sich um knapp 1,39 Milliarden Euro auf 437,3 Millionen Euro und erhöhte sich bereinigt um die Einmalbelastungen aus den ersten neun Monaten 2003 insgesamt um 133 Prozent.

Auch die Nettofinanzverschuldung konnte in den ersten neun Monaten dieses Jahres aufgrund von positivem Free Cashflow und des Verkaufs eigener Anteile um 1,82 Milliarden auf 5,14 Milliarden Euro verringert werden. Durch die Konzentration auf der Kerngeschäft Energie wurden auch die Desinvestitionsaktivitäten verstärkt. Bis 30. September 2004 wurden 138 Gesellschaften verkauft, verschmolzen, geschlossen, in Partnerschaften eingebracht oder anderweitig entkonsolidiert. Das Geschäftsfeld Strom erwirtschaftete mit 4,67 Milliarden Euro einen Anteil von 71,4 Prozent an den Umsatzerlösen, bei Gas waren es mit 1,08 Milliarden Euro immerhin noch 13,8 Prozent. Der Umsatz insgesamt sank um 3,6 Prozent auf 7,24 Milliarden Euro.

Auch auf Personalebene zeigte der Sanierungskurs Wirkung: Mit nun 19.681 Mitarbeitern generierte der Konzern einen Umsatz in einer ähnlichen Größenordnung, für die vor kurzem noch mehr als 40 000 Mitarbeitern beschäftigt wurden. "Es bleibt in den kommenden zwei Jahren noch viel zu tun, und es liegen auch weiterhin noch deutliche Anstrengungen vor uns. Wir werden auch weiterhin Quartal für Quartal unsere Hausaufgaben abarbeiten, ohne dabei die langfristige strategische Vision und Perspektive des Konzerns zu vernachlässigen", mahnte Claassen aber trotz der positiven Zahlen zu Besonnenheit.