EnBW-Pilotprojekt "Geothermie": Hausheizung aus Erdwärme?

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Hausheizung aus Erdwärme - eine Alternative zur Verbrennung von Öl oder Gas? Ein Pilotprojekt "Geothermie" der EnBW Energie Baden-Württemberg AG soll jetzt Klarheit schaffen, ob dies in unseren Breiten vernünftig machbar ist. In Ettlingen haben die Vorarbeiten für die Erstellung einer Geothermiekarte begonnen. Erste Ergebnisse sollen schon Ende 2001 vorliegen.


Das - wegen der dort besonders geeigneten geologischen Verhältnisse zunächst auf Ettlingen beschränkte - EnBW Projekt zur "Ermittlung und Kartenerstellung der Nutzungspotentiale für untiefe Geothermie" könnte die Vorstufe einer landesweiten Erkundung der Erdwärmenutzung werden. In welchem Umfang, unter welchen Bedingungen und mit welchem Aufwand die Nutzung der Erdwärme in Tiefen bis zu 150 Metern ("Untiefe Geothermie") eine Alternative zu herkömmlichen Formen der Wärmeerzeugung sein könnte, ist auch für die Landesplanung von hohem Interesse. Finanziert wird das Vorhaben im Rahmen des Forschungs- Entwicklungs- und Demonstrationsprogramms der EnBW. Die planerische und technische Betreuung hat das EnBW Tochterunternehmen Genius GmbH übernommen. Die Stadt Ettlingen unterstützt das Projekt in der notwendigen Datenbeschaffung.


Bei der Erstellung der Geothermiekarte wird auf bestehendes Datenmaterial aus unterschiedlichen Quellen zurückgegriffen. Für die Kartierung werden neben den geologischen Rahmenbedingungen auch genehmigungsrechtliche Aspekte sowie Bebauungspläne berücksichtigt. Die Karte stellt somit eine notwendige und solide Diskussionsgrundlage für Bauherren und Bohrfirmen dar. Zur Nutzung der Erdwärme - etwa zur Gebäudeheizung - müssen bei vorhandenem Geothermie-Potenzial zusätzlich Wärmepumpen installiert werden. Notwendig ist der Wärmepumpeneinsatz, weil das Temperaturniveau des Untergrunds bei Nutzung der untiefen Geothermie - in Baden-Württemberg und geologisch vergleichbaren Gebieten - nicht für eine Direktheizung ausreicht. Die untiefe Geothermie hat den großen Vorteil, die nahezu Jahreszeit unabhängige Erdwärme bei moderaten Bohrkosten zu nutzen und stellt eine Fortentwicklung des schon bekannten Boden-Wärmepumpensystems dar.