Kartellamtsentscheidung

EnBW melden Zusammenschluss mit Ludwigsburg an

Die EnBW Regional AG und die Stadtwerke Ludwigsburg wollen ihr Beteiligungsvorhaben nun auch gegen den möglichen Widerstand von Seiten des Kartellamts durchsetzen. Der geplante Beteiligungserwerb von 35 Prozent durch die EnBW wurde daher beim Bundeskartellamt formal angemeldet.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (red) - Die EnBW Regional AG verfolgt weiterhin ihren Plan, sich an der Stadtwerke Ludwigsburg GmbH zu beteiligen. Der anvisierte Beteiligungserwerb von 35 Prozent wurde am 24. Mai 2005 beim Bundeskartellamt formal angemeldet. In Vorgesprächen hatten die Wettbewerbshüter bereits Bedenken geäußert.

Einer Partnerschaft der Stadtwerke mit der EnBW Regional AG hatte der Gemeinderat der Stadt Ludwigsburg bereits im November 2003 mit großer Mehrheit zugestimmt. Die EnBW bringt entsprechend des damaligen Beschlusses ihr Ludwigsburger Stromnetz und ihre darüber versorgten Kunden in die Stadtwerke Ludwigsburg ein und wird mit einem Anteil von 35 Prozent neuer Gesellschafter der Stadtwerke. Weil der Wert des eingebrachten Netzes und der Kunden einer Beteiligung von 45 Prozent entsprochen hätte, zahlen die Stadtwerke Ludwigsburg 18 Millionen Euro als Ausgleich an die EnBW Regional AG.

Das Bundeskartellamt zeigt sich u.a. skeptisch, weil die EnBW der Gasvorlieferant der Stadtwerke Ludwigsburg ist und auf dem Gasmarkt noch keine ausreichenden wettbewerblichen Rahmenbedingungen herrschen. Allerdings lehnten die Wettbewerbsschützer auch das zwischenzeitlich erwogene alternative Modell einer Zusammenarbeit, gemeinsam eine "Stromversorgung Ludwigsburg" zu gründen, ab. Deshalb habe man sich nun entschlossen, am ursprünglichen Konzept festzuhalten. Man sei bereit, es gegebenenfalls auch auf dem Rechtsweg durchzufechten.