Bedenken

EnBW: Landesbehörde für Datenschutz leitet Untersuchung ein

Nach der Überprüfung von Mitarbeiter-Verbindungsdaten beim Energieversorger EnBW hat ein renommierter Datenschützer erhebliche Bedenken am Vorgehen des Konzerns geäußert. Die Landesbehörde für Datenschutz habe eine Untersuchung der Vorgänge eingeleitet.

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Stuttgart/Karlsruhe (ddp/red) - Der langjährige Datenschutzbeauftragte des Landes Hessen, Spiros Simitis, sagte den "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstagausgabe), der Konzern hätte in dem Fall die zuständige Landesbehörde für den Datenschutz im nicht-öffentlichen Bereich informieren müssen. "Vorgänge wie dieser betreffen unmittelbar die Aufsichtsbehörde", sagte Simitis.

Auf Anfrage des Blatts erklärte die Behörde, erst am Mittwoch aus den Medien von den Vorgängen erfahren zu haben. Sie habe daraufhin eine Untersuchung der Vorgänge bei EnBW eingeleitet. Der Energiekonzern hatte Ende 2005 Telefon- und E-Mail-Daten von Mitarbeitern überprüft, um ein Informationsleck ausfindig zu machen.

Eine Anwaltskanzlei, die den Vorgang im Auftrag des neuen Vorstandsvorsitzenden Hans-Peter Villis untersuchte, kam 2008 und 2009 zu dem Ergebnis, die Aktion sei datenschutzrechtlich nicht zu beanstanden.