Tausch

EnBW jetzt mit 100prozentigem Tochterunternehmen in Dresden

Die EnBW übernimmt die bis dato gemeinsam mit der HEW geführte GESO Beteiligungs- und Beratungs AG rückwirkend zum 1. Januar zu 100 Prozent und gibt im Gegenzug ihre VEAG-Anteile an die Hamburger ab. Beide Unternehmen hatten die GESO, die an zahlreichen kommunalen EVUs beteiligt ist, 1990 gegründet.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG beabsichtigt, die GESO Beteiligungs- und Beratungs AG mit Sitz in Dresden zu 100 Prozent zu übernehmen. Die dafür notwendigen Beschlüsse werden jetzt in den Aufsichtsgremien gefasst. Bisher führte die EnBW dieses Engagement gemeinsam mit der HEW Hamburgische Electricitäts-Werke AG aus. Beide hatten die GESO im Zuge der Privatisierung der ostdeutschen Energiewirtschaft bereits 1990 gegründet. Seither wurden zahlreiche Beteiligungen an deutschen, aber auch an polnischen und tschechischen Energieversorgungsunternehmen erworben.

Die HEW verkaufte nun rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres ihre Anteile an der GESO (36,7 Prozent) an die EnBW. Zu der Entflechtung von beiderseitigen Beteiligungen gehört, dass im Gegenzug die EnBW ihre bisherigen Anteile an der VEAG an die HEW abgibt.

"Die jetzt gestartete EnBW-Initiative für kommunale Partnerschaften nimmt die langjährigen Erfahrungen der GESO auf", sagt GESO-Vorstandsvorsitzender Siegmund Meßmer. Ausgehend von der Privatisierung der ostdeutschen Energiewirtschaft – Stichwort: Stromverträge 1990 – hatten sich damals etliche Kommunen entschlossen, die Stromversorgung wieder in eigene Hände zu nehmen. Die GESO hat sich dabei von Anfang an als Mittler zwischen den bestehenden Regionalversorgern und den neuen Stadtwerken platziert.

Wir begleiteten den Weg der Kommunen mit Beratungen zu wirtschaftlichen, technischen, finanziellen und rechtlichen Fragen. Vielfach mündete diese Partnerschaft in Beteiligungen der GESO an den Stadtwerken", so Meßmer. Die Städte blieben dabei in jedem Fall Mehrheitseigentümer der Unternehmen und behielten somit ihre kommunale Entscheidungshoheit.

Einige wichtige kommunale Beteiligungen der GESO in Sachsen sind: DREWAG Stadtwerke Dresden (35 Prozent), Meißener Stadtwerke GmbH (33 Prozent), Energie- und Wasserwerke Bautzen GmbH (49 Prozent), Stadtwerke Elbtal GmbH (30 Prozent), Stadtwerke Zittau GmbH (25,1 Prozent), Stromversorgung Pirna GmbH (49 Prozent), Gasversorgung Pirna GmbH (10,6 Prozent) sowie FREITALER STROM + GAS GMBH (30 Prozent).