EnBW-Chef zu "Spiegel"-Artikel: "Billig und gemein"

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"Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein" - mit diesen Worten kommentierte der Vorstandsvorsitzende der EnBW AG, Gerhard Goll, einen angekündigten Artikel des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" über eine angeblich von der Energie Baden-Württemberg AG angebotene vorzeitige Stilllegung des Kernkraftwerks Obrigheim.



Groll: "Wie kein anderer habe ich seit Antritt der gegenwärtigen Regierungskoalition klare Aussagen in Bezug auf die Kernkraftwerke der EnBW gemacht und diese auch in schriftlicher Form niedergelegt. Alle Beteiligten wissen, daß es mit mir keine Stillegung einer Anlage der EnBW in dieser Legislaturperiode gibt. Mit dieser Spiegel-Geschichte geht es nicht um Obrigheim, sondern um den Verkauf des Landesanteils an der EnBW. Die Erfinder dieser Geschichte wollen am Vorabend einer Entscheidung der EdF, dem Ministerpräsidenten, und insbesondere dem Unternehmen EnBW und mir schaden. Die Geschichte soll anderen Bewerbern und denen nützen, die sich schon immer gegen die EdF aussprechen. Sie ist durchsichtig, billig und gemein, und aus all diesen Gründen nicht weiter kommentierungswürdig".



Auch der EnBW-Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Wolfgang Schürle hat den Inhalt des Berichts dementiert. Schon die in dem Bericht unterstellte Verquickung der Konsensgespräche zwischen Energiewirtschaft und der Veräußerung der Anteile des Landes Baden-Württemberg an der EnBW sei "geradezu absurd", so Schürle, der auch Vorsitzender des EnBW-Hauptaktionärs Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW) ist.



Der EnBW-Aufsichtsratsvorsitzende bekräftigte das Festhalten der EnBW an ihrem bisherigen Kurs in allen Fragen der energiewirtschaftlichen Entwicklung: "Mit der EnBW wird es keinen Kuhhandel und keine Bauernopfer geben". So bleibe es auch bei der Aussage, dass eine Stilllegung des Kernkraftwerks Obrigheim noch in dieser Legislaturperiode für die EnBW als KWO-Hauptaktionär nicht in Frage komme. Dem Bericht des "Spiegel" fehle insgesamt "die Tatsachengrundlage und die innere Logik". Eine Kurzinfo zum KKW Obrigheim gibt's
hier.