Erster öffentlicher Auftritt

EnBW-Chef Villis rechnet mit höheren Strompreisen

Der neue Chef des Energiekonzerns EnBW, Hans-Peter Villis, ist gestern erstmals seit seinem Amtsantritt zu Beginn des Monats in der öffentlichkeit aufgetreten. Dabei machte er sich für längere AKW-Laufzeiten stark. Zudem sagte er, dass er für die Zukunft steigende Strompreise erwarte.

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Karlsruhe (red) – Villis rechnet für die Zukunft mit steigenden Strompreisen. "Ich habe die Befürchtung, dass die Preise für Strom eher nach oben gehen werden als nach unten", sagte er Medienberichten zufolge bei seinem ersten öffentlichen Auftritt als EnBW-Vorstand gestern in Karlsruhe. Vor allem kritisierte er die Staatsabgaben, die rund 40 Prozent des Strompreises ausmachten.

Darüber hinaus warnte Villis vor den Folgen des Atomausstiegs. Man könne kurzfristig nicht die notwendigen Ersatzkapazitäten schaffen, daher sollte über eine Laufzeitverlängerung diskutiert werden. Der Bau neuer Atomkraftwerke sei bei EnBW nicht geplant.

Wie der Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens, Claus Dieter Hoffmann, gestern mitteilte, werde sich die EnBW unter ihrem neuen Vorstandsvorsitzenden noch stärker auf Wachstumskurs begeben und ihren Milliardengewinn für den Ausbau des Unternehmens verwenden. "Wir müssen den finanziellen Spielraum nutzen auf allen Gebieten der Wertschöpfungskette", so Hoffmann.