Verluste

EnBW-Chef: Stellen müssen reduziert werden

EnBW hat im ersten Halbjahr dieses Jahres mit deutlichen Verlusten zu kämpfen. Das geht soweit, dass die Angestelltenzahl deutlich reduziert werden soll. Der Chef des Unternehmens bezieht Stellung und beschreibt die Folgen für die Beschäftigung als unvermeidbar.

EnBW  Energie Baden-Württemberg© EnBW Energie Baden-Württemberg AG

Karlsruhe/Stuttgart (dpa/red) - Der Chef des Energieversorgers EnBW, Frank Mastiaux, hat die geplanten Einschnitte im Personalbereich verteidigt. "In Bereichen, die wirtschaftlich deutlich unter Druck stehen, und dort, wo wir unsere Abläufe optimieren, werden wir die Stellenzahl spürbar reduzieren müssen", sagte er den "Stuttgarter Nachrichten" (Dienstag).

Ein Firmensprecher verwies dazu am Dienstag unter anderem auf die bereits bei der Hauptversammlung genannten Bereiche Vertrieb und konventionelle Stromkraftwerke sowie auf die Straffung von Strukturen und Arbeitsabläufen. Wie viele der rund 20.000 Beschäftigten der Konzern mit Sitz in Karlsruhe mittelfristig haben werde, sagte Mastiaux nicht.

Unvermeidbare Folgen

Da man sich kontinuierlich die Frage stellen werde, wie Aufgaben kostengünstiger, schneller und effektiver erledigt werden können, seien Folgen für die Beschäftigung "unvermeidbar", sagte Mastiaux dem Blatt. Er kündigte aber an, dass der Konzern "Wachstumsbereiche aufbauen und hier auch neue Stellen schaffen" werde.

Dazu gehört auch die Windenergie. In der Nähe der Ostsee-Insel Rügen entsteht zurzeit der Windpark Baltic 2 mit einer Gesamtleistung von 288 Megawatt. In der Türkei ist mit dem Partner Borusan eine Windkraft-Gesamtleistung von 207 Megawatt geplant, an insgesamt fünf Onshore-Standorten, also nicht auf offener See.

Enorme Verluste im ersten Halbjahr 2014

Deutschlands drittgrößter Versorger hatte im ersten Halbjahr deutliche Verluste erlitten - unterm Strich 735,1 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2013 war noch ein Gewinn von 190,5 Millionen Euro erzielt worden. Der Umsatz sank von Januar bis Juni 2014 leicht um 1,6 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Als Grund für den hohen Fehlbetrag waren Anfang August Wertberichtigungen auf Kraftwerke im Umfang von etwa 1,2 Milliarden Euro genannt worden. EnBW will bis 2020 vor allem die Produktion mit erneuerbaren Energien ausbauen. Zudem steht die Entwicklung neuer Geschäftsfelder auf der Agenda.

Quelle: DPA