Standpunkt

EnBW-Chef Goll: Übertragung von Strommengen auf das Kernkraftwerk Obrigheim ist vernünftig

Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns EnBW, Gerhard Goll, bezeichnete die Übertragung von Strommengen auf das Kernkraftwerk Obrigheim als vernünftig. Zudem stünden dem Antrag keine Sicherheitsaspekte entgegen, da zahlreiche Sicherheitsüberprüfungen der 1968 gebauten Anlage ergeben hätten, dass die Bedenken unbegründet seien.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Der Karlsruher Energiekonzern EnBW hat eine Übertragung von Strommengen auf das Kernkraftwerk Obrigheim beantragt. Der Vorsitzende des EnBW-Vorstandes, Gerhard Goll, begründete das mit dem in Obrigheim in Betrieb befindlichen Zwischenlagers. Es sei vernünftig, ein solches Zwischenlager auch zu nutzen, sagte er heute in Karlsruhe. Laut Atomkonsens hätte Obrigheim in gut drei Monaten abgeschaltet werden müssen.

"Nach unserer Auffassung ist nicht gewährleistet, dass 2005 die geplanten Zwischenlager auch tatsächlich in Betrieb sind. Das Kernkraftwerk Obrigheim verfügt über ein in Betrieb befindliches Zwischenlager. Es war ein wesentliches Ziel des Atomkonsenses, Transporte durch Zwischenlager, nicht durch Interimslager zu substituieren. Interimslager haben nicht die Qualität von Zwischenlagern, sonst wäre es unsinnig, Interimslager durch Zwischenlager zu ersetzen. Es ist unter diesen Aspekten unlogisch, ein in Betrieb befindliches Zwischenlager nicht zu nutzen unter Hinweis auf die Möglichkeit, ein erst noch zu errichtendes Zwischenlager größer auszulegen", so Goll wörtlich.

Nach Auffassung des EnBW Vorstandsvorsitzenden stehen dem von der EnBW gestellten Antrag auf Übertragung von Strommengen zugunsten des Kernkraftwerks Obrigheim keine Sicherheitsaspekte entgegen. So werde das Argument des Alters der Anlage Obrigheim, das insbesondere von der Umweltschutzorganisation Greenpeace hervorgebracht wurde, neutralisiert durch die umfangreichen und stetigen Nachrüstungen. Auch hätten unzählige Sicherheitsüberprüfungen ergeben, dass die immer wieder geltend gemachten Bedenken, insbesondere die Versprödung des Druckbehälters, unbegründet seien.