EnBW-Chef Goll: "Leidige Sitzplatzfrage nicht neu aufrollen"

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
"Mit einem Einstieg der Electricité de France (EdF) als 25-Prozent-Aktionär bei der EnBW und einer eventuellen Mehrheitsbeteiligung der EnBW an der Neckarwerke Stuttgart AG (NWS) werden wir die ledige "Sitzfrage" nicht neu aufrollen". Dies erklärte Gerhard Goll, Vorstandsvorsitzender der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), zu Äußerungen des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Stuttgart, Wolfgang Schuster, über Standortbedingungen der baden-württembergischen Energiewirtschaft.


In einer heute veröffentlichten Stellungnahme bekräftigte Goll das Festhalten an der bisherigen Aufgabenverteilung an den Standorten Karlsruhe und Stuttgart. "Richtig ist, dass wir auch Gespräche über den Sitz der verschiedenen Konzerngesellschaften geführt haben. Im gesamten Stromgeschäft bleibt die Sitzverteilung aber so, wie sie die EnBW zwischen Karlsruhe und Stuttgart entschieden hat. Hier wird sich nichts ändern. Richtig ist ferner, dass auch ich die Zentrale für Gas und Wasser bei NWS in Stuttgart sehe, weil dort die größere Kompetenz und das größere Geschäft versammelt sind. Richtig ist schließlich, dass bei einem Zusammenschluss der Abfallwirtschaft der Stadt Stuttgart mit dem EnBW-Unternehmen "U-plus" angedacht ist, eine Holding über beide Einzelheiten mit Sitz in Stuttgart zu bilden".


Richtig sei aber auch, betonte Goll, "dass die Konzernzentrale der EnBW und alle bisherigen Gesellschaften und Einheiten, die heute in Karlsruhe und Baden untergebracht sind, dort verbleiben und dass Karlsruhe durch eine Forschungseinrichtung weiter gestärkt werden soll. Letztlich haben wir uns über Sitzplatzgarantien unterhalten, aber eine neue Sitzverteilung angestrebt. Dies wäre eine wirklich vernünftige Lösung - alles andere, vor allem eine neue Standortdiskussion, wäre nur unvernünftig".