Steuern und Abgaben

EnBW-Chef Claassen gibt der Politik Schuld für hohe Strompreise

Der Energiekonzern EnBW gibt der Politik die Schuld an den hohen Strompreisen in Deutschland. Die Kunden zahlten heute mehr als zehn Milliarden Euro zusätzlich für politisch gewollte Entscheidungen, sagte EnBW-Vorstandschef Utz Claassen der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Montagausgabe) laut Vorabbericht.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hannover (ddp/sm) - "Der Preistreiber war also zu 100 Prozent der Staat und zu null Prozent der angeblich unzureichende Wettbewerb", sagte der Vorstandsvorsitzende. Die durchschnittlichen Netto-Strompreise der deutschen privaten Endkunden hätten im vergangenen Jahr um knapp acht Prozent unter dem Niveau von 1998 gelegen, dem Beginn der Liberalisierung des Strommarktes, sagte Claassen. "Seither haben sich - wenn man die Mehrwertsteuer einmal ausklammert - die staatlich verursachten Lasten und Abgaben, also Stromsteuer, EEG-Abgabe und KWK-Abgabe, mehr als verfünffacht", sagte er.

Die von der EU-Kommission geforderte Entflechtung der Energiekonzerne lehnte Claassen ab. Die Abtrennung der Leitungsnetze sei kontraproduktiv. "Glauben wir denn allen Ernstes, Pensionsfonds oder andere angloamerikanische Investoren würden mehr in die Netze investieren oder weniger verdienen wollen als wir?", sagte er.