"Fossile Strukturen zementieren"

EnBW-Chef Claassen fordert längere Laufzeiten für Atomkraftwerke

Der EnBW-Vorstandsvorsitzende Utz Claassen hat die Politik der Bundesregierung beim Klimaschutz kritisiert. "Dieselben Politiker, die zum Teil täglich über Gefahren der Klimaerwärmung räsonieren, zwingen uns, Kraftwerke für Kohle und Gas zu bauen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - Wenn der Gesetzgeber den Ausstieg aus der Kernkraft vorschreibe, bleibe nur der Bau von Kohlekraftwerken. "Sie reden laut über Umweltschutz und zementieren gleichzeitig fossile Strukturen", kritisierte der EnBW-Chef Utz Claassen.

Niemand habe ihm schlüssig erklären können, "wie wir die höchst ambitionierten CO2-Reduktionsziele aus Berlin und Brüssel erreichen sollen ohne Kernkraft», sagte Claassen. Mit den deutschen Kernkraftwerken würden derzeit rund 150 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr vermieden. Claassen forderte deswegen eine Verlängerung der Restlaufzeiten der Kernkraftwerke um acht bis zehn Jahre.