Umstieg auf Öko

EnBW braucht 800 Millionen für Konzernumbau (Upd.)

Energiewende, Atomausstieg und die Tendenz zu mehr Ökostrom haben den großen Energiekonzernen deutlich zugesetzt. Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg hat nun einem Bericht zufolge die Absicht, den Konzern zu einem Ökostrom-Unternehmen umzubauen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (dapd-bwb/red) - Doch dafür ist ein ordentliche Kapitalspritze nötig. Wie das Handelsblatt berichtet, benötigt EnBW 800 Millionen Euro, um den geplanten Konzernumbau zu finanzieren. Das Geld soll vom Land und dem Kommunalverband OEW aufgebracht werden.

Der Verkauf weiterer Beteiligungen soll dem Unternehmen noch einmal 1,5 Milliarden Euro einbringen, wie das Handelsblatt weiter schreibt. Zudem wolle man 750 Millionen Euro einsparen, unter anderem durch Kostenabbau im Personalbereich. Kündigungen wolle man aber möglichst vermeiden.

EnBW soll eine Art "großes Stadtwerk" werden

Ein Insider soll verraten haben, dass die Diskussion mit der rot-grünen Landesregierung bereits in vollem Gange sei. Der Plan sehe vor, EnBW "zu einer Art großem Stadtwerk umzubauen". EnBW wolle in Windkraft und Gaskraftwerke investieren, um unabhängiger vom Atomstrom zu werden. Auch im benachbarten Ausland wolle man weiter aktiv bleiben. EnBW rechnet in den nächsten Jahren mit weiter sinkenden Gewinnen wegen der Belastungen durch den Atomausstieg.

Update: Land erteilt Absage für Finanzierung

Nun ist ein politischer Streit über die Finanzierung entbrannt. EnBW erwartet eine Beteiligung des Landes an der Kapitalerhöhung. Diese wird benötigt, um den Konzern nach dem für 2022 beschlossenen Atomausstieg neu auszurichten. Baden-Württemberg hält 45,6 Prozent der Unternehmensanteile an dem Unternehmen.

Die Fraktionschefin der Grünen, Edith Sitzmann, erteilte dem Ansinnen am Donnerstag eine Absage. "Der Haushalt ist durch den Deal schon sehr belastet, da müssen wir neuen Belastungen gegenüber sehr vorsichtig sein", sagte Sitzmann mit Blick auf den hoch umstrittenen Kauf der Anteile im vergangenen Jahr. "Landesseitig ist da erstmal nicht mit neuem Geld zu rechnen."