Positionspapier

EnBW befürwortet Beibehaltung des EEG

Die EnBW hat sich klar für die weitere EEG-Förderung erneuerbarer Energien ausgesprochen. Beifall dafür kam von der Deutschen Umwelthilfe, die die "Phalanx der Bedenkenträger" bröckeln sieht. Für sehr durchsichtig hält es indes die FDP, gehe es der EnBW doch hauptsächlich um die "Große Wasserkraft".

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Stuttgart (red) - Der baden-württembergische Energieversorger EnBW hat sich in einem Positionspapier für den Ausbau der Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen ausgesprochen. Gleichzeitig befürworten die Stuttgarter die weitere Förderung neuer Anlagen auf Basis des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG).

Die EnBW hält den Ausbau erneuerbarer Energien aus Gründen der Daseinsvorsorge, Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit für sinnvoll und nötig, knüpft aber auch einige Bedingungen daran. So sollte beispielsweise das "im großen und ganzen bewährte" EEG regelmäßig überprüft und an aktuelle Notwendigkeiten angepasst werden. Ziel müsse sein, die volle Wirtschaftlichkeit und damit Marktfähigkeit der erneuerbaren Energien möglichst rasch zu erreichen. Von einer Novellierung des EEG erwartet die EnBW zudem, dass bestehende Benachteiligungen der "Großen Wasserkraft" gegenüber anderen regenerativen Energieträgern abgebaut werden.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßte unterdessen die Stellungnahme eines der größten deutschen Energieversorgungsunternehmen: "Die Phalanx der Bedenkenträger zerfällt, der Widerstand verliert an Kraft", kommentierte Stefan Bundscherer, DUH-Bevollmächtigter für Klima und Energie. Der Vorgang beweise, dass sich die Einsicht in die ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile der EEG-Förderung erneuerbarer Energien unaufhaltsam und nun erstmals auch unter den großen Energieversorgern durchsetze. Bundscherer appellierte daher an die drei anderen großen deutschen Versorger, E.ON, Vattenfall und RWE, ihre Angriffe auf das EEG nun umgehend einzustellen und stattdessen am kontinuierlichen Aufbau eines neuen auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystems mit mehr dezentralen Elementen mitzuarbeiten.

Für die Expertin für erneuerbare Energien der FDP-Bundestagsfraktion, Angelika Brunkhorst, ist das Anliegen der EnBW mehr aus durchsichtig: "Am Ende des Papiers wird deutlich, dass man sich eine Novellierung zu Gunsten der Großen Wasserkraft wünscht, um uneingeschränkt und mehr von der EEG-Vergütung zu profitieren. Dies scheint der eigentliche Hintergrund des Positionspapiers zu sein." Denn ansonsten halte sich die EnBW mit der Zusammenfassung allgemein bestens bekannter Fakten auf und liefere keinerlei neue Ansätze zur Energiepolitik. "Nichts Genaues weiß man nicht", lautet daher das Fazit für Brunkhorst.

Weiterführende Links
  • Das Positionspapier der EnBW im Wortlaut - hier klicken