Modellprojekt

Emsland: Emissionshandel für Privathaushalte

Im Emsland können künftig Privatleute mit CO2 (Kohlendioxid)-Zertifikaten handeln. Der Landkreis und der Energieversorger EWE stellten heute ein bundesweit einmaliges Modellprojekt vor, in dem energiesparende Maßnahmen mit CO2-Gutschriften belohnt werden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Oldenburg (red) - Mit diesem Projekt wollen Kreis und EWE Anreize zum Energiesparen und Klimaschutz geben. Das Modellprojekt umfasst 150 Privathaushalte in Sögel und Werlte sowie öffentliche Gebäude in Haselünne. Den teilnehmenden Haushalten werde zunächst ein Zuschuss für eine Energiesparberatung in Höhe von 300 Euro für ein Einfamilienhaus gewährt, das vor 1990 gebaut worden sein muss, um einen größeren Einspareffekt erzielen zu können. Danach erfolge eine CO2-Vergütung für die dadurch erzielten Reduktionen von 20 Euro je Tonne CO2 pro Jahr. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und soll noch in diesem Jahr starten.

Grundlage für den CO2-Zertifikate-Handel sei das Klimaschutz-Protokoll von Kyoto, so die Initiatoren. Während er in der Industrie ist seit Anfang 2005 in vollem Gange ist, wird er möglicherweise für die Bereiche Haushalte und Verkehr vermutlich in den nächsten Jahren flächendeckend eingeführt. In einem Modellvorhaben soll dies bereits jetzt im Landkreis Emsland erprobt werden.

Gemeinsam stellten Landrat Hermann Bröring und der EWE-Vorstands-vorsitzende Dr. Werner Brinker das Projekt heute in Werlte vor. Bröring erinnerte daran, dass die Idee der Einbeziehung von Privathaushalten in den CO-2-Zertifikatehandel im Zukunftsforum Emsland geboren sei, in dem sich regionale Akteure 2005 über die künftige Entwicklung Gedanken gemacht hätten. Mit der EWE AG sei ein kompetenter Partner gefunden worden.

Das bundesweit einmalige Modellprojekt soll beweisen, dass bei entsprechenden Anreizen der Energieverbrauch in Privathaushalten sinkt und dabei handelbare CO-2-Zertifikate entstehen. Die gewünschten Investitionen in die Gebäudedämmung oder die Heiz- und Energietechnik seien gleichzeitig ein Konjunkturprogramm für regionale Unternehmen, so Bröring.

Auch die EWE AG als Energielieferant in der Region begrüßt Brinker zufolge die Kooperation. "Innovative, energiesparende Projekte sind auch im Interesse der Energieunternehmen", so Brinker.

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