Hanauer Kritik

Empörung wegen Kohleglimmen bei Staudinger-Kraftwerk

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) wirft dem Energiekonzern E.ON Sicherheitsmängel beim Kohlekraftwerk Staudiger in Großkrotzenburg vor. Hintergrund ist ein Kohlelager, das durch die Sommerhitze zu glimmen begann. Die Anwohner liefen offenbar Sturm; E.ON entschuldigte sich.

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Hanau/Großkrotzenburg (ddp/red) - Dass vergangene Woche im Kohlelager des Kraftwerks durch die Sommerhitze Kohle ins Glimmen geraten sei, zeige, dass das Sicherheitskonzept von E.ON untauglich sei, sagte Kaminsky am Dienstag in Hanau. Er beklagte sich darüber in einem Brief an E.ON-Chef Johannes Teyssen.

Kaminsky forderte zudem das Regierungspräsidium Darmstadt als Genehmigungsbehörde zu "erforderlichen Schritten" auf, um die Sicherheit der Staudinger-Anwohner zu gewährleisten. Er verlangte, rasch dafür zu sorgen, dass solche Vorfälle wie das Kohleglimmen künftig ausgeschlossen würden. E.ON müsse dies lückenlos aufklären und die Sicherheit der Anwohner gewährleisten. Die Anwohner seien wegen des Vorfalls "erheblich erregt". Einzelne beklagten sich über Halsschmerzen und starken Husten.

Laut einer E.ON-Sprecherin hatte von Donnerstag bis Samstag vergangener Woche Kohle im Lager zu glimmen begonnen, nachdem diese sich bei den hohen Temperaturen stark erwärmt hatte. Dies sei "ein ganz normales Phänomen", betonte die Sprecherin. Es handele sich um einzelne Glutnester. Normalerweise werde die Kohle gewässert und regelmäßig umgeschichtet, um dieses Problem zu vermeiden. Dies sei bei der Hitze aber unzureichend geschehen. Die Arbeiten seien nun intensiviert worden.

Bei dem Vorfall sei es zu einer starken Geruchsbelästigung für die Anwohner gekommen, dafür entschuldige sich E.ON ausdrücklich. Es habe jedoch keine Gesundheitsgefährdung bestanden. Die Kritik von Kaminsky wies die Sprecherin zurück. Es habe durch das Kohleglimmen keinerlei Sicherheitsgefahr bestanden, auch der Betrieb des Kraftwerks sei nicht beeinträchtigt gewesen.