75 Mitarbeiter

Emissionshandelsstelle plant Zertifikatsvergabe

Mit zunächst 75 Mitarbeitern wird die Emissionshandelsstelle beim Umweltbundesamt den Handel mit Kohlendioxidzertifikaten organisieren. Ab 1. Juni können Anträge auf Zuteilung abgegeben werden, bis 30. September sollen die Zertifikate ausgestellt werden und die elektronischen Konten verfügbar sein.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) - Das Umweltbundesamt (UBA) wird in Deutschland für die Zuteilung der Zertifikate zum Emissionshandel zuständig sein. Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des UBA "Wir sind gut darauf vorbereitet, den engen Zeitplan zur Einführung des Emissionshandels einzuhalten. Das Umweltbundesamt ist seit langem daran beteiligt, die gesetzlichen Grundlagen zum Emissionshandel zu schaffen und verfügt über umfangreiche Vollzugserfahrungen."

Derzeit bereitet das UBA die Zuteilung der Zertifikate vor. Dr. Hans-Jürgen Nantke, Leiter der Emissionshandelsstelle: "Das gesamte Verfahren wird weitgehend elektronisch und serviceorientiert gestaltet. Die am Emissionshandel teilnehmenden Unternehmen wird die Emissionshandelsstelle fortlaufend über die weiteren Schritte informieren." Die Emissionshandelsstelle soll dabei wie eine Art "Grundbuchamt" arbeiten, das Daten einträgt und überprüft, führte Troge aus. Die Gebühr pro Tonne Kohlendioxid soll im "unteren einstelligen Centbereich" kosten. Verstöße sollen mit etwa 40 Euro pro Tonne geahndet werden, der Preis pro gekaufter oder verkaufter Tonnen Kohlenioxid wird voraussichtlich zwischen fünf und 15 Euro liegen. Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) plant, bis 30. September 2004 die Emissionszertifikate auszustellen, ab Herbst elektronische Konten für den Handel verfügbar zu machen und die internationale Koordination mit der EU und dem Klimasekretariat der Vereinten Nationen zu sichern.

Für die Zuteilung der Zertifikate an die rund 2.400 teilnehmenden Anlagen gibt die EU einen engen Zeitplan vor. Bis zum 30. September 2004 soll jedes Unternehmen wissen, wie viele Zertifikate es pro Anlage - in Deutschland kostenlos - erhält. Ab 1. Juli 2004 nimmt die DEHSt Anträge auf Zuteilung von Emissionslizenzen an. Ab Spätherbst kann jede am Handel interessierte juristische oder natürliche Person ein elektronisches Konto eröffnen. Der europaweite Handel beginnt dann ab 1. Januar 2005.

Zunächst sollen 75 Angestellte den Handel organisieren. Diese Zahl könnte ab 2005 auf 115 steigen, wenn das Amt auch die Vollzugsaufgaben der Länder übernimmt. Darüber sind sich jedoch Bundesrat und Bundestag noch nicht einig. zusätzliche Mitarbeiter des UBA den Handel organisieren, zunächst sind 75 Angestellte vorgesehen.