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Emissionshandel: Schleswig-Holsteins Wirtschaft ist gut vorbereitet

Auf das neue Klimaschutzinstrument, das zum 1. Januar 2005 EU-weit eingeführt wird, sind die schleswig-holsteinischen Firmen durch das Projekt "Emissionshandel Nord – Nutzen für Wirtschaft und Umwelt" gut vorbereitet. Dabei haben die Unternehmen jeweils die von ihnen verursachten Schadstoffemissionen bestimmt und Potenziale zur Emissionsminderung identifiziert.

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Der diesjährige Kieler-Ostsee-Energie-Tag der Energiestiftung Schleswig-Holstein widmete sich kürzlich dem Handel mit Emissionsrechten. Vor mehr als 100 Zuhörern, darunter Vertreter international operierender Unternehmen wie Deutsche BP AG, Shell AG, Bayer AG und Axel Springer Verlag AG, wurden die Ergebnisse eines von der Energiestiftung gemeinsam mit der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein e. V. und der Vereinigung der Industrie- und Handelskammern in Schleswig-Holstein durchgeführten Projektes zum Emissionshandel vorgestellt.

Auf das neue Klimaschutzinstrument, das zum 1. Januar 2005 EU-weit eingeführt wird, sind die schleswig-holsteinischen Firmen durch das Projekt "Emissionshandel Nord – Nutzen für Wirtschaft und Umwelt" gut vorbereitet. "Wir haben keine Angst vor dem Emissionshandel", attestierte dann auch Thomas Heyer von den Stadtwerken Flensburg GmbH auf der Veranstaltung. Die Stadtwerke waren eines von insgesamt zehn Unternehmen aus Schleswig-Holstein und Hamburg, die an dem Projekt teilgenommen hatten. Dabei haben die Unternehmen jeweils die von ihnen verursachten Schadstoffemissionen bestimmt und Potenziale zur Emissionsminderung bei ihren Anlagen identifiziert. Denn Maßnahmen der Schadstoffverringerung können sich im Emissionshandelssystem für ein Unternehmen schnell rentieren, da die frei werdenden Emissionszertifikate weiter verkauft werden können. Dieser Zertifikatehandel wurde in einem letzten Projektschritt simuliert und erprobt.

Auf der Veranstaltung wurde gleichzeitig die Forderung an die Politik formuliert, zahlreiche Unklarheiten bei der konkreten Ausgestaltung des Emissionshandels möglichst zügig auszuräumen, damit sich die Unternehmen strategisch ausrichten und langfristig planen können. Dr. Henning Sasse von der Holcim (Deutschland) AG, einem international operierenden Unternehmen der Zementindustrie, gab zu verstehen, dass vor allem die noch unklare Festlegung von Schadstoffminderungszielen für die einzelnen Anlagen ein Knackpunkt des neuen Instrumentes werden wird. Der Handel mit den Zertifikaten an sich werde weniger ein Problem darstellen, "den wickelt im Zweifelsfall einfach unsere Haushaltsabteilung ab", so Sasse.

Wie diese Zertifikate jedoch zugeteilt werden und wie eine europaweite Harmonisierung der von jedem Land der EU aufgestellten nationalen Emissionshandelssysteme gewährleistet werden wird, soll im Laufe des Jahres geklärt werden. Landesumweltminister Klaus Müller sprach sich dafür aus, dass die Bundesregierung für Firmenneugründungen Zertifikate in Reserve halten soll. Er plädierte auch dafür, die Wirtschaft mit dem Emissionshandel nicht zusätzlich zu belasten, sondern dafür andere Klimaschutzinstrumente, wie z. B. die freiwillige Selbstverpflichtung der deutschen Wirtschaft zur Emissionsminderung, zurück zu fahren. Vom Emissionshandel bisher nicht betroffene Unternehmen sollten sich seiner Meinung nach im gleichen Ausmaß am Klimaschutz beteiligen müssen.

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