Problematisch

Elektroräder offenbaren im Test erhebliche Schwächen

Bremsen von E-Bikes halten häufig den an sie gestellten Anforderungen nicht stand. Dies geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung durch die Stiftung Warentest und den ADAC hervor. Bei Unfällen auf einem Elektro-Rad mit Anfahrhilfe seien Regeln zur Haftung außerdem noch nicht eindeutig festgelegt.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Bremsen und Rahmen von Pedelecs müssen im Vergleich zu üblichen Fahrrädern einem höheren Gewicht und einer höheren Durchschnittsgeschwindigkeit standhalten. Aber gerade in dem Punkt offenbarten manche Räder in der Untersuchung von zwölf sogenannten E-Bikes oder Pedelecs ihre Schwächen, wie "Warentest" mitteilte. Bei drei Firmen erwies sich die Bremswirkung demnach nur als "ausreichend", eine Marke bekam wegen der schlechten Bremsen nur ein "mangelhaft". Als sehr effektiv erwiesen sich laut der Tester hingegen die hydraulischen Felgenbremsen bei drei "gut" getesteten Elektrorädern - für diese seien die höhere Durchschnittsgeschwindigkeit und das höhere Gewicht der E-Bikes kein Problem gewesen.

Als zweiten Schwachpunkt machten die Tester den Rahmen der Elektro-Räder aus. Schon nach knapp 10.000 Kilometern brach den Angaben zufolge bei einem Rad der Rahmen. Die Tester bewerteten das als "mangelhaft".

E-Bikes: Hürden beim Fahren, Hürden bei der Rechtslage

Aber auch bei als sicher bewerteten E-Rädern drohten vor allem ungeübten Pedelec-Fahrern Gefahren beim Anhalten oder Anfahren, warnte "Warentest". Bei einigen Modellen werde der Motor durch einen Sensor aktiviert, der auf die Umdrehung der Pedalkurbel reagiere. Dabei aber könne sich der Schub beim Anfahren verzögern oder umgekehrt der Motor noch nachlaufen, obwohl der Fahrer schon aufgehört habe zu treten. Schwierigkeiten bergen demnach auch Modelle, die auf Pedaldruck reagieren. Diese könnten sich "an der Ampel plötzlich in Bewegung setzen, wenn der Fuß auf dem Pedal ruht", warnten die Tester.

Bei E-Rädern mit einer Anfahrhilfe drohten im Falle eines Unfalls außerdem mögliche Schwierigkeiten mit der Versicherung, warnt der ADAC. Während Pedelecs ohne Anfahrhilfe rechtlich wie normale Fahrräder eingestuft würden - und deshalb eine spezielle Versicherungspflicht nicht erforderlich sei - sei der Fall bei Rädern mit Anfahrhilfe nicht so eindeutig. "Ob verschuldete Unfälle von der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt sind, hängt nämlich vom jeweiligen Versicherungsvertrag ab", warnte der ADAC. Häufig sei der Versicherungsschutz auf Fahrräder und "nicht selbstfahrende Fahrzeuge" beschränkt. Für den Fahrer eines E-Rades mit Anfahrhilfe könne ein Unfall ohne entsprechenden Versicherungsschutz deshalb schnell zur "finanziellen Katastrophe" werden.