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Elektromobilität bekommt weitere Schubkraft

Forschungsprojekte zu Elektro-Fahrzeugen aus Baden-Württemberg sollen eine kräftige Finanzspritze erhalten - 40 Millionen Euro werden lockergemacht. Indes wurde eine weitere Kooperation vermeldet: Sechs der wichtigsten deutschen Konzerne wollen ein Gemeinschaftsunternehmen zum Ausbau einer Infrastruktur für Elektromobilität gründen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (dapd/red) - Das Bundesforschungsministerium fördert den Zusammenschluss "Elektromobilität Süd-West" aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den kommenden fünf Jahren mit 40 Millionen Euro. Das teilte die Landesagentur für Elektromobilität und Brennstoffzellen am Donnerstag mit. Hinzu kommen weitere 40 Millionen von der Wirtschaft und 5 Millionen Euro vom Land Baden-Württemberg, wie die Landesministerien für Finanzen und Forschung verlauten ließen. Bei den Projekten sollen Forschungsinstitute, Hightech-Firmen, Energie-Unternehmen, Fahrzeug-Hersteller und Zulieferer zusammenarbeiten.

Ziel ist die Entwicklung serienreifer Elektro-Fahrzeuge. Dazu sollen nicht nur die Herstellungskosten sinken. Der strombetriebene Verkehr soll auch komfortabler werden, etwa durch ein kabelloses Aufladen der Batterien. Erste Forschungsergebnisse sollen 2014 vorliegen.

Wann Elektroautos wirklich umweltfreundlich sind

Elektroautos und andere E-Fahrzeuge gelten als umweltfreundliche Alternative zu Fahrzeugen mit herkömmlichem Verbrennungsmotor. Allerdings schneiden sie in der Klimabilanz nur dann besser ab, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Bislang sind zudem kaum Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs. Im vergangenen Jahr wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt 2.154 Wagen neu zugelassen. Vor allem die Batterien sind in der Herstellung noch sehr teuer.

Auch die Industrie drückt aufs Tempo

Sechs der wichtigsten Konzerne Deutschlands wollen noch im ersten Halbjahr 2012 ein Gemeinschaftsunternehmen zum Ausbau einer Infrastruktur für Elektromobilität gründen. Die Autobauer Daimler und BMW, der weltgrößte Autozulieferer Bosch, der Mischkonzern Siemens sowie die Energieversorger EnBW und RWE unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung am Donnerstag in Stuttgart.

Hauptziel des Gemeinschaftsvorhabens sei es, eine gemeinsame Plattform aufzubauen, über die Nutzer von Elektrofahrzeugen bundesweit an jeder Ladesäule laden und zahlen können. So sollen Insellösungen vermieden werden. Ein Bosch-Sprecher sagte, dass die Zusammenarbeit für weitere Unternehmen zugänglich sei. "Das Angebot ist ein offenes und ich glaube nicht, dass das ausgeschlagen werden wird", sagte er.

Direkte Förderung von Elektroautos bislang nicht geplant

Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen haben. Für dieses Ziel hat sie zusammen mit Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) gegründet. Eine direkte Förderung von Elektroautos lehnt die Regierung bisher allerdings ab - lediglich die Forschung wird gesponsert.