Auswertung

Elektrohändler verkaufen viele Stromfresser

Durch die Auswertung von Kühl-Gefrierkombinations-Angeboten von Saturn, Mediamarkt, Neckermann und Amazon ergab sich, dass rund 48 Prozent aller Geräte der technisch veralteten Klasse A angehören.

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Berlin (red) – Anhand der Auswertung durch den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) von Kühl-Gefrierkombinations-Angeboten von Saturn, Mediamarkt, Neckermann und Amazon ergab sich, dass rund 48 Prozent aller Geräte der technisch veralteten Klasse A angehören. Diese verbrauchen in etwa 50 Prozent mehr Energie als A++, was die höchste Effizienzklasse ist.

Klaus Brunsmeier, stellvertretender Vorsitzender des BUND, sagt, dass bei Amazon und Neckermann sogar etwa 60 Prozent in die schlechtere A-Klasse gehören. Leidtragende seien vor allem einkommensschwache Familien, welche auf Dauer durch höhere Energiekosten draufzahlen müssen. Es sei auch Sozialpolitik, wenn Stromfresser vom Markt verbannt werden. Das Klima litte zudem unter ineffizienten Geräten, da Stromvergeudung auch immer zusätzliche Treibhausgase bedeute.

Für den Kauf sparsamer Elektrogeräte fordert der Verband ein Förderprogramm der Bundesregierung. Jährlich seien für das Programm mindestens 200 Millionen Euro nötig. Durch die Versteigerungserlöse aus dem Emissionshandel könne es finanziert werden. Erfolge haben ähnliche Programme bereits in anderen Ländern erzielt. 43 Prozent der Kühlschränke, welche in der Analyse erfasst seien, fielen in die etwas bessere Effizienzklasse A+, in die beste Klasse A++ nur neun Prozent.

Unter 90 Prozent war dem Angaben zufolge beim Onlineanbieter Amazon nur ein einziges A++-Gerät. Die effizientesten A++ Geräte seien nur selten im Handel zu finden und wenn sie mal da wären, würden sie das Doppelte oder Dreifache kosten. Deshalb wird vom Elektrohandel nun gefordert, die Geräte, die schlechter als A+ sind, auszulisten und effizientere Geräte günstiger anzubieten.

Nach der Auffassung des Verbandes könne man beim Kauf eines A-Gerätes sicher sein, dass dies zu den besten gehöre. Die EU-Kommission müsse aus Sicht des BUND außerdem strenge Grenzwerte für den Energieverbrauch festlegen, damit die Herstellung von Strom fressenden Geräten verhindert wird. Auf europäischer Ebene setzt sich der Verband ebenfalls BUND für eine bessere Kennzeichnung der Elektrogeräte ein.